Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Stefan Koch
Stefan Koch zum Georgienkrieg

Langer Weg zurück

Von

Der EU-Bericht ist eine Chronik des Versagens. 390 Georgier und Russen verloren ihr Leben, Tausende wurden verwundet, weil die Führungen in Moskau und Tiflis leichtfertig mit dem Feuer spielten. Dass die Befehlshaber vom August 2008 nicht zur Verantwortung gezogen werden, mag internationalen Gepflogenheiten entsprechen.

Dennoch haben sie große Schuld auf sich geladen.

Sicherlich: Die Grenzziehungen nach dem Ende der Sowjetunion folgten in einigen Regionen willkürlich. Sogar unter Historikern ist umstritten, wie weit Georgien reicht und wie berechtigt der Anspruch der Abchasen und Südosseten auf staatliche Unabhängigkeit ist. Ein Grund zum Kriegführen lässt sich daraus nicht ableiten. Die Menschen in Zchinwali und die einfachen Soldaten wurden zum Spielball der Politik.

Aus dem fünftägigen Gemetzel gingen beide Parteien als Verlierer hervor. Der einst so hoffnungsvoll gestartete georgische Präsident Michail Saakaschwili ist weltweit diskreditiert. Und der Kreml steht im Baltikum, in Polen und in der Ukraine wieder in dem Ruf, ein Hort der Aggression zu sein. Von klug gestalteter Politik keine Spur. Vielmehr sind sich die kleineren Nachbarn allesamt einig: Wer an Russlands Grenzen lebt, ist gut beraten, starke Partner zu haben. Ob dieses neue tiefgreifende Misstrauen berechtigt ist, mag dahingestellt sein. Aber es wirft lange Schatten auf den Alltag in der gesamten EU: Das Projekt Ostseepipeline bleibt eine holprige Angelegenheit, der Grenzverkehr ist unnötig mühsam, und Firmenkooperationen werden nur unter großen Vorbehalten eingegangen.

Die bittere Erkenntnis: Es ist noch ein langer Weg, bis sich die Beziehungen zwischen der EU, der Nato und Russland wieder normalisieren. Der kurze Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

HAZ-Leserbriefe

Leserbriefe

Sie möchten einen Leserbrief an die HAZ-Redaktion senden? Dann nutzen Sie unser Formular für Leserbriefe. Wir freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Anzeige

Auf dem Laufenden: Laufblog

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.

Die beiden HAZ-Redakteure Norbert Fettback (links) und Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover".

96 – Nie mehr 2. Liga: Roter Blog

Alte Liebe: Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben gemeinsam am Roten Blog, also über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Die HAZ-Sportexperten Heiko Rehberg und Volker Wiedersheim schreiben über Fußball im Allgemeinen und Hannover 96 im ganz Besonderen.

Eishockey-Hauptstadt Nummer 1: Eisblock

Björn Franz schreibt den Eisblock.

HAZ-Sportredakteur Björn Franz berichtet im „Eisblock“ über seine persönlichen Erlebnisse bei den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians.

HAZ-Forum

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die brandheißen Themen aus der Region oder die aktuelle politische Entwicklung in der weiten Welt.

Reden Sie mit: Diskutieren Sie im HAZ-Forum mit anderen Lesern – über die Themen aus der Region oder aktuelle politische Entwicklung.



Top