Jedes Engagement der Amerikaner in ihrem Heimatland, so meinen viele Polen, schützt dessen Souveränität und Sicherheit.
Verstehen kann diese Haltung nur, wer sich ein Stück weit hineindenkt in die besondere Geschichte Polens. Die großen Nachbarn – Russland auf der einen Seite und Deutschland auf der anderen – spielten den Polen oft genug übel mit. Sympathischer erschien da immer noch Frankreich, doch es war zu schwach, um Polen wirklich helfen zu können. Und so gelten die Warschauer Sehnsüchte eben schon seit Langem dem großen, mächtigen Freund jenseits des Atlantiks.
Deutschland hat dies verstanden; Russland hadert immer noch. In Moskau wird gern argumentiert, die Länder im Osten Europas seien eine Pufferzone, um die Sicherheit des Riesenreiches zu garantieren. Für die betreffenden Länder heißt das, dass sie Staaten minderer Souveränität sind – für Polen ist das eine völlig inakzeptable Sichtweise. Russland täte gut daran, die von den USA angebotene Mitarbeit an der Raketenabwehr anzunehmen, schließlich richtet sie sich gegen den Iran. Und am Eindämmen der Teheraner Extremisten müsste auch Moskau interessiert sein.
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