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Axel Veiel zum Burka-Verbot

Nadelstiche


So ist das mit dem Spagat. Er tut meistens weh und ist nur selten hübsch anzusehen. Die Burka-Kommission des französischen Parlaments, die sich seit Monaten an dieser Übung versucht, kann das bestätigen. Tapfer hat sich das Gremium bemüht, zwei schwerlich zu vereinbarende Positionen zur Ganzkörperverhüllung der Frau in Einklang zu bringen: Einerseits passt die Burka, die sogar die Augenpartie hinter einem Gittergewebe verbirgt, nicht in eine weltlichen Grundsätzen und der Gleichberechtigung der Frau verpflichtete Republik.

Andererseits genießt der Bürger das in der Verfassung verbürgte Recht, sich auf der Straße zu seinen religiösen Überzeugungen zu bekennen. Das Ergebnis, das die Enquetekommission nun als ihrer Weisheit letzten Schluss präsentiert, wirkt, gelinde gesagt: verkrampft.

Die Parlamentarier empfehlen ein Verbot der Burka in Behörden, Postämtern, Krankenhäusern, Bussen und Bahnen – und wollen zugleich die Religionsfreiheit auf der Straße wahren. Es ist gut, dass die Burkakommission mit ihrem Kompromiss zwischen Freiheit und Verbot dieses Grundrecht immerhin noch in Ansätzen wahrt. Denn so menschenverachtend dieses mobile Stoffgefängnis auch anmutet, so sehr es von radikalislamistischer Gesinnung zeugen mag: Den Grundsatz der Glaubensfreiheit aufzugeben, weil sich 1900 Frauen in Frankreich aus unterschiedlichsten Gründen von Kopf bis Fuß verhüllen, wäre ein zu hoher Preis.

Auch ohne das Komplettverbot der Burka hat die Politik steter Nadelstiche eine klare Botschaft: Der Gesichtsschleier ist in Frankreich nicht willkommen.

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