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Andreas Geldner über Washingtons Ziele in Afghanistan

Obamas Krieg


Die Zeit, in der George W. Bush für alle in Afghanistan gemachten Fehler herhalten konnte, ist vorbei. Jedenfalls für den neuen US-Präsidenten. Der aktuelle Lagebericht des US-Oberkommandierenden Stanley McChrystal ist auch ein bitteres Fazit für Barack Obamas Strategie: Nur um den Preis von deutlich mehr Opfern können selbst die bescheiden gewordenen Ziele Washingtons erreicht werden.

Es ist eine Sisyphusarbeit, ein Land zu befrieden, das weit oben auf der Skala der gescheiterten Staaten steht. Die in Afghanistan angeblich gejagten Terroristen sind längst anderswo, jenseits der pakistanischen Grenze, weitgehend unerreichbar für Amerikas Militär.

Nun rächt sich, dass Obama den Krieg mit falschen Begründungen führt. Der Kampf ist mit dem einfachen Schlagwort „Al Qaida“ nämlich nicht zu rechtfertigen. Erinnert das an Bushs holzschnittartige Argumentation im Irak? Kein Wunder, dass die amerikanische Öffentlichkeit allmählich misstrauisch wird. Sterben dort die Soldaten wirklich im Anti-Terror-Kampf? Was soll eine Wahl im Land, die immer mehr zur Farce wird? Wie lange soll dieser Krieg weitergehen?

Noch bleiben die Amerikaner halbherzig bei der Stange. Doch es wachsen die Zweifel, ob die Ziele des Präsidenten und die zur Verfügung stehenden Mittel zusammenpassen. Wenn in einigen Monaten die Erfolge ausbleiben, wird die Kritik an Obamas Afghanistan-Politik so erbarmungslos werden wie an der Irakpolitik von George W. Bush.

von Andreas Geldner

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