Sie kämpfen gegen das Phantom des Gesundheitsfonds, das es gar nicht gibt. Die FDP-Politikerin Cornelia Pieper schimpft in jede Fernsehkamera über das „bürokratische Monster“. Das „Monster“ aber besteht nur aus sage und schreibe 21 Personen, die das von den Beitragszahlern eingenommene Geld an die Krankenkassen verteilen.
Die zusätzlich eingerichteten Stellen verursachen eine Million Euro im Jahr an Verwaltungskosten. Durch den Fonds ist ein harter Wettbewerb zwischen den Kassen entstanden. Nur durch Fusionen können bislang Zusatzbeiträge vermieden werden. Allein die Einsparungen im System durch den Abbau von Vorstandsposten übersteigt die Zusatzausgaben für den Fonds bei Weitem. Die Kanzlerin ist mit Abstand sachkundiger als die Fondsgegner und sollte den Popanz notfalls durch geduldigen Nachhilfeunterricht beseitigen.
Am allgemeinen Wirtschaftseinbruch hat der Fonds keine Schuld. Er hat die Krankenkassen und sämtliche Anbieter im Gesundheitswesen bis jetzt vor den Folgen der Krise geschützt. Wenn die Ersatzkassen jetzt aus der Krise den Schluss ziehen, über die Höhe der Beiträge wieder selbst zu entscheiden, ist dies ein Schlag ins Gesicht ihrer Versicherten. Die Beiträge würden sofort sprunghaft auf 17 bis 18 Prozent steigen. Natürlich würde dafür von den Kassenmanagern sofort die Politik verantwortlich gemacht. So ist das Spiel stets gelaufen. Der Gesundheitsfonds sollte auch künftig die Kassenmitglieder davor schützen.