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Albrecht Scheuermann über US-Banken

Recht und billig


Viele Milliarden Dollar hat Washington in die Bankenbranche gepumpt, um die strauchelnden Finanzriesen vor dem Kollaps zu bewahren. Nun bekommen diese dafür die Rechnung präsentiert. Mit der geplanten Sonderabgabe will US-Präsident Barack Obama für die enormen Belastungen des Staatshaushalts und damit der amerikanischen Steuerzahler infolge der Rettungsaktionen einen Ausgleich haben.

Das ist nur recht und billig – und dient auch der Prävention neuer Krisen. Schließlich würden kostenlose Rettungsaktionen des Staates zugunsten einzelner Institute nur neue Anreize für die Branche schaffen, um erst mit gewagten Spekulationen Geld zu scheffeln und dann um Hilfe zu rufen, wenn die Sache schiefgeht.

Üblicherweise muss ein Unternehmen die Folgen der eigenen Geschäftspraktiken selbst tragen. Im Fall der Großbanken hat jedoch die Pleite von Lehman im September 2008 mit ihren katastrophalen Auswirkungen dafür gesorgt, dass diese nun als „systemrelevant“ gelten. Oder anders gesagt: Ihnen droht nicht mehr die Höchststrafe der Insolvenz, wenn sie mit ihren Geschäften danebenliegen.

Dies könnte dazu führen, dass sie künftig mit noch weniger Hemmungen als bislang das große Rad drehen – schließlich steht zur Not immer der Staat bereit. Deshalb ist es wichtig, eine andere Form von Sanktionen zu schaffen – wie mit den nun ins Auge gefassten Sonderabgaben. Die US-Regierung dürfte in diesem Vorhaben durch das dreiste Verhalten der US-Geldhäuser nur noch bestärkt werden: Schließlich verwöhnen diese ihre Manager wieder mit Boni im Milliardenumfang – während in den USA und anderswo die Krise noch keineswegs ausgestanden ist.

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