Ihr wichtigstes Instrument sind die sogenannten Credit Default Swaps, kurz CDS – Papiere, mit denen sich Bond-Anleger gegen einen Zahlungsausfall absichern können. Doch längst sind die CDS zu einem Finanzprodukt geworden, die es Hedgefonds mit relativ geringem Einsatz erlauben, auf eine Staatspleite zu wetten, auch wenn sie gar keine Anleihen halten. Je höher das Ausfallrisiko einer Anleihe, desto teurer der CDS. Griechische Bonds im Nennwert von einer Million Euro für ein Jahr gegen einen Zahlungsausfall abzusichern kostet aktuell rund 36.000 Euro. Vor vier Monaten betrug die Prämie nur 12 300 Euro – das zeigt, wie viel Geld im Handel mit diesen Papieren verdient wird.
Problematisch ist vor allem, dass es sich bei den CDS um individuelle, außerbörsliche Kontrakte zwischen Marktteilnehmern handelt, beispielsweise Investmentbanken und Hedgefonds. Das macht den CDS-Handel so undurchsichtig. Griechenlands akutes Problem: Steigende CDS signalisieren eine schwindende Bonität des Landes. Das verteuert die Kreditaufnahme und drückt die Bonität weiter – eine Spirale, die letztlich zum Zahlungsausfall führen kann. Eine Lehre aus der griechischen Schuldenkrise muss deshalb sein, den Handel mit diesen brandgefährlichen Derivaten strikt zu regulieren – etwa indem man nur Anlegern, die tatsächlich Bonds halten, auch den Bezug der dazugehörigen CDS erlaubt.
Gerd Höhler