Allerdings folgt die Verteilung der Ministerien in Koalitionen nie, wie der Laie annehmen möchte, der Frage, wer sich für welchen Posten am besten eignet. Maßgeblich ist das unansehnliche Walten bloßer Machtmechanismen. Fest stand nur, dass Angela Merkel Kanzlerin werden würde, alles andere war offen. Nachdem Guido Westerwelle sich das Außenamt griff, war die CSU dran. Guttenberg, der lieber Außenminister geworden wäre, nahm das Verteidigungsressort. Damit musste der bisherige Amtsinhaber Jung von der CDU weichen. Dessen hessischer Landesverband konnte aber ein anderes großes Ressort verlangen und nahm das Arbeitsministerium. Und so weiter und so fort. Als die Teppichhändler fertig waren mit ihren Deals, fiel für den FDP-Arbeitsmarktexperten Dirk Niebel überraschend das Entwicklungshilfeministerium ab.
Aufsteiger der Woche ist der 36 Jahre alte Philipp Rösler. Man tritt ihm nicht zu nahe, wenn man festhält, dass die Herkunft aus Niedersachsen ihm geholfen hat. Zuvor hatte die FDP für Justiz eine Frau aus Bayern und für Wirtschaft einen Mann aus Rheinland-Pfalz nominiert. Immerhin: Rösler ist gelernter Augenarzt. Als er noch im Facharztzentrum der Bundeswehr in Hannover arbeitete, ließ er sich freilich nicht träumen, mal Bundesgesundheitsminister zu werden. Seine politische Erfahrung ist gering, die Herausforderungen in seinem Berliner Ressort dagegen sind groß. Umso mehr Glück ist ihm zu wünschen.
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Kommentare
Dr. Roesler M. Braun – 25.10.09
Dr Roesler ist nicht Facharzt fuer Augenheilkunde, wie ein Blick auf seine website zeigen kann.Stimmt wenigstens der Rest des Artikels?