„Alle Juden haben ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden“, hat Sarrazin selbst sein sarrazinsches Gesetz formuliert.
Schon beim kurzen Nachdenken kommen einem Zweifel. „Die Juden“ sind ja nun mal kein Volksstamm, sondern eine weltumspannende Religionsgemeinschaft. Nicht ganz so viele wie die Christen, aber immerhin. Es gibt Juden in Deutschland, in Russland, in Amerika und auch in Afrika. Irgendwo in den höchst vielfältigen Doppelhelix-DNA-Ketten dieser Menschen jüdischen Glaubens sitzt, das weiß Sarrazin, ein Gen, das sie zu Juden macht: „Alle Juden teilen...“
Wenn die Behauptung von Sarrazin stimmt, dann wird mit einem Schlag einiges klar: Dass sich Menschen zu Glaubensgemeinschaften zusammenschließen, muss an einem gemeinsamen Gen liegen: Alle Christen teilen ein bestimmtes Gen, alle Anhänger des FC Bayern München teilen ein bestimmtes Gen, alle Ferraristi teilen ein bestimmtes Gen.
Wenn der Christ vom Christentum abfällt, verliert er dann sein Gen, wie der Bayern-Fan, der plötzlich für Werder schwärmt? Man muss sich nur mal solche Fragen stellen, dann kommt die Frage, ob das, was Sarrazin da erzählt, nicht vielleicht doch spinnertes Zeug ist, von ganz alleine.
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