Und nachdem die erste Ausschreibung gut lief, durfte man träumen. Doch es blieb beim Traum, am Ende sorgte das Boeing-Netzwerk in Washington für vertraute Verhältnisse.
Die europäische Empörung ist zwar begründet, aber verlogen. Das Rüstungsgeschäft folgt stets nationalen Interessen, zum Glück hat es wenig private Kunden. Protektionismus ist sein Wesensmerkmal, freier Welthandel existiert hier höchstens in Form illegalen Waffenschmuggels. Die deutsche Regierung hat eigens Gesetze erlassen, um ausländische Eigentümer bei sicherheitsrelevanten Unternehmen verhindern zu können. Die Europäer arbeiten sich seit Jahren am Aufbau einer gemeinsamen Rüstungsindustrie ab. Als US-Konzerne sich an Airbus-Zulieferern beteiligen wollten, liefen in der Politik die Drähte heiß.
EADS und Boeing werden immer unter politischem Einfluss stehen. Der kann sie eines Tages allerdings auch näher zusammenbringen, wenn in Gestalt der Chinesen ein gemeinsames Problem heranwachsen sollte. Und wahrscheinlich wird er dafür sorgen, dass EADS irgendwann bei einem weniger sensiblen US-Projekt ein wenig Trost erfährt.
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