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Karim El-Gawhary zum Irak

Viele Köche


Es gibt keinen eindeutigen Wahlsieger im Irak. Die Pluralität der politischen Landschaft und der Zwang zur Koalitionsbildung sind gut fürs Land. Doch sie bergen auch eine Gefahr.

Denn nun muss sich erweisen, ob die verschiedenen Parteien und Gruppierungen fähig sind, miteinander Politik zu machen – als Koalitionsparteien in der Regierung oder in der Rolle der Opposition. Was geschieht, wenn sie es nicht schaffen? Wenn sich die schiitische Mehrheit nicht angemessen repräsentiert sieht, die Sunniten sich ausgeschlossen oder die Kurden sich in ihrer Autonomie eingeschränkt fühlen? Gibt es einen neuen Bürgerkrieg?

Die Politiker stehen unter Druck. Kaum ein Iraker sehnt sich zurück zu den Zeiten des religiös motivierten Bürgerkrieges. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass diesmal eine weltliche Liste die meisten Stimmen bekommen hat. Offensichtlich haben viele Iraker genug von der Politik mit konfessionellen Grundtönen. Deshalb hat, wenn auch knapp, die Irakija-Liste gewonnen. Deren Chef Ijad Allawi vertritt eine gesamtirakische Identität, jenseits der Religionszugehörigkeit.

Auch die USA dürften mit Allawis gutem Abschneiden zufrieden sein. Er gilt, neben den Kurden, als wichtigste Kraft gegen den iranischen Einfluss auf die irakische Politik. Das bringt aber auch die Gegenseite auf den Plan. Sowohl Washington als auch Teheran werden hinter den Kulissen mitreden und in den kommenden Wochen der Regierungsbildung versuchen, am irakischen Süppchen mitzukochen.

Karim El-Gawhary

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