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Dirk Schmaler über das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea

Vorsicht geboten

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Der eigensinnige Diktator von Pjöngjang hat die Lust am Verhandeln wiederentdeckt – wenn auch zunächst nur mit Gesprächspartnern ohne politische Ämter. Schon Anfang August durfte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton für ein paar Fotos mit dem körperlich wie politisch geschwächten Staatschef Kim Jong-il zwei inhaftierte US-Journalisten mit in die Heimat nehmen. Nun bemühte das Regime sogar die Chefin des südkoreanischen Autobauers Hyundai nach Pjöngjang, um neue Signale zu senden.

Die Botschaft des Diktators klingt gut: Nordkorea will die zuletzt unter Kriegsgerassel erstarrten Versöhnungsprojekte zwischen Nord- und Südkorea wieder aufnehmen.

Dabei zeigt die vorsichtige Annäherung vor allem eines: Der Diktator braucht dringend Geld. Die internationalen Sanktionen der UN und die harte Haltung der konservativen Regierung im Süden zeigen offenbar Wirkung in dem bitterarmen Land. Das neue Angebot von Pjöngjang umfasst nicht nur Familienzusammenführungen, es soll auch gemeinsamen Industrieprojekten an der Grenze neuen Schwung verleihen – in Zusammenarbeit mit Hyundai. Diese Wirtschaftszonen sind eine wichtige Geldquelle für das Regime – und sie sind seit mehr als einem Jahr nahezu versiegt.

Deshalb ist trotz der großen Geste Vorsicht geboten. Solange das Regime gleichzeitig nahezu wöchentlich mit der Bombe droht, bedeutet jeder Annäherungsversuch letztlich ein Dilemma. Denn die wirtschaftliche Zusammenarbeit birgt nicht nur Hoffnung auf friedensstiftende Verflechtung. Sie spült dem durch UN-Sanktionen geschwächten Regime in Pjöngjang gleichzeitig Devisen in die Hände, die ihm helfen, sein gefürchtetes Atomprogramm fortführen zu können. Dann würde aus der Hoffnung auf Frieden wieder einmal nur eine Verschnaufpause für das heruntergewirtschaftete Regime – bis zur nächsten atomaren Provokation.

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