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Stefan Koch
Stefan Koch zu Afghanistan

Wichtige Fragen

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Für die Hinterbliebenen der Opfer des Luftangriffs bei Kundus ist es eine gute Botschaft: Sie sollen „schnell und unbürokratisch“ entschädigt werden. Der Verlust eines Angehörigen ist mit Geld zwar nicht aufzuwiegen, aber es kann im rauen Afghanistan eine Frage des Überlebens sein, diese Hilfe zu erhalten.

Liegt die rasche Entschädigungsregelung auch im Interesse der deutschen Soldaten? Hier fällt die Antwort zwiespältig aus. Einerseits kann auf diese Weise gegenüber der afghanischen Bevölkerung der gute Wille der Deutschen unterstrichen werden. Andererseits könnte die Entschädigung die ohnehin große Unsicherheit der deutschen Soldaten in Afghanistan noch steigern: Sollen sie bewaffnete Taliban töten oder nicht? Berlin hat sich um diese Frage immer herumgedrückt, angefangen bei der rot-grünen Koalition, die erstmals die Bundeswehr an den Hindukusch schickte, über Schwarz-Rot bis zu Schwarz-Gelb. Was sollen deutsche Offiziere in Zukunft in Afghanistan tun, wenn sie den Eindruck haben, es versammele sich nächtens ein Terrorkommando in der Nähe ihres Lagers? Soll dann ein Kampf am Boden geführt werden, um die schwer kalkulierbaren Folgen eines Luftschlags zu vermeiden? Wer verantwortet bei einem solchen Gefecht die dann zu erwartenden Verluste in den eigenen Reihen?

Eine schnelle Entschädigung kann helfen, Streit und Aufregung zu dämpfen. Sie kann aber auch eine genaue Klärung bremsen. Wie viele Opfer gab es genau? Wie viele davon gehörten zu den Taliban? Und was hatten die Taliban vor mit den zwei entführten mit Benzin gefüllten Tanklastern, deren Fahrer sie zu Beginn ihrer Aktion ermordeten? Dies alles sind kein Nebensächlichkeiten, sondern wichtige Fragen.

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