Der Wolf kehrt zurück: Im Osten Deutschlands sind die Tiere schon längst wieder heimisch geworden. Doch nicht nur Truppenübungsplätze und stillgelegter Tagebau bieten ihnen eine neue Heimat: Sie können fast überall leben, wo der Mensch es zulässt.
HAZ-Redakteur Christian Holzgreve hat die Wölfe in der Lausitz besucht und beobachtet, wie die Verwaltung das Bundeslandes Sachsen sich auf die neuen Bewohner einstellt. Vielerorten ist dabei Aufklärung nötig, denn der Wolf gilt oft noch als böser Wolf. Während sich dieses Vorurteil in der Realität vollkommen widerlegen lässt, ist der Mythos vom Bösewicht in alten und modernen Märchen lebendig.
Am 22. Mai 2010 können Sie in der HAZ-Wochenendbeilage "der 7.tag" die große Reportage vom Besuch bei den Wölfen in der Lausitz lesen sowie ein Interview mit der Wildbiologin und Wolfsforscherin Gesa Kluth, Buchtipps zum Thema und noch viel mehr.
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Kommentare
Der 7. Tag, Komm doch! Christian Berge – 26.05.10
Christian Holzgreve hat sehr gut recherchiert. Einmal mehr wird deutlich, dass die Betreiber von Gehegen die Wölfe falsch halten. Die sog. EU-Zoo-Richtlinie von 1999 sieht artgerechte Haltung von Tieren vor. Das bedeutet im Falle des Haltens von Wölfen, nur Paare zu halten. Es ist nicht artgerecht, Geschwisterrudel oder diese als "Kinder" ihr Leben lang im Gehege zu halten, weil sie in der Natur mit 1-2 Jahren abwandern. Die "ritualisierenden" Kämpfe sind Tierschutz relevant und die Veterinärsämter müssten dies eigentlich verbieten. Aber wie so oft, das Geschäft geht vor.Das ein Mensch im Wisentgehege den Alpha spielen möchte in einem Wolfsrudel geht nicht, weil Wölfe eine andere Spezies sind und uns als Menschen auch als solche - andere Spezies - wahrnehmen. Wie hat ein Mitarbeiter des Wisentgeheges vor 2 Monaten zu mir gesagt, in 20 Jahren haben nicht viele Wolfswelpen überlebt, weil die Bären diese töten, einer, der besonders schlau war, hat es mal geschafft.
In den USA und Tschechien z.B. wird überwiegend nur Pärchenhaltung betrieben, um Kämpfe zu vermeiden. Das schlimme ist, dass kein Besucher glaubt, dass Wölfe in der Natur nicht gefährlich/aggressiv sind - was sie tatsächlich aber sind -, weil in nahezu jedem deutschen Gehege, die Kämpfe der Wölfe sichtbar immer wieder zu sehen sind und das Rotkäppchen-Syndrom verfestigen. Solange nicht endlich artgerechte Haltung von Wölfen und Verhütung betrieben wird. Es ist für die Akzeptanz des Wolfs in der Natur kontraproduktiv, den Wolf im Rudel im Gehege halten zu wollen. Armer Wolf!
Christian Berge, der mit dem "Wolf" lebt, vgl. Spiegel Nr. 21