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Honig – Das süße Gold

Was machen Imker eigentlich genau?

Von Rainer Wagner

Den Bienen verdanken die Menschen ihr erstes Süßungsmittel. Schon vor 10.000 Jahren sammelten unsere Vorfahren wilden Honig, vor 7000 Jahren entwickelten sie schon die Hausbienenhalteung. HAZ-Redakteur und Genussexperte Rainer Wagner wollte genau wissen, was Imker eigentlich machen.
Imker Ingmar Kersten mit dem süßen Gold seiner Bienen.

Imker Ingmar Kersten mit dem süßen Gold seiner Bienen.

© Nico Herzog
Dieses Schild weist darauf hin, dass man beim Imker Ingmar Kersten vor der Tür steht.

Dieses Schild weist darauf hin, dass man beim Imker Ingmar Kersten vor der Tür steht.

© Nico Herzog

Der Imker erwartet uns im knallroten Overall. Aber es brennt nicht, auch wenn wenig später Rauch aufsteigen wird. Vorerst aber freut sich Ingmar Kersten an unserem verdutzten Gesicht. Mit einem lausbübisch schmunzelnden Studenten hatten wir nämlich nicht gerechnet. Sondern mit einem gestandenen Mann, wenn nicht mit einem Ruheständler, der auf seine älteren Tage zumindest noch Bienenvölker für sich arbeiten lassen will. Ganz so unrealistisch war diese Erwartung nicht, denn Kersten gehört zusammen mit einem wenig älteren Kollegen zu den Youngsters im Imkerverein Hannover-Nord-Langenhagen, dessen Durchschnittsalter er locker auf 67 Jahre schätzt.

Ingmar Kersten ist nicht nur jung, er hat auch schon als Kind mit der Imkerei angefangen: mit zehn Jahren! Auf die Idee brachten ihn – wohl eher unfreiwillig – seine Eltern. Der Junior züchtete nämlich im Garten in Kirchrode leidenschaftlich Großkürbisse, ohne – wie er jetzt zugibt – so recht zu wissen, was seine amateurhaften Bestäubungsversuche eigentlich bringen könnten. Als seine Eltern, beide Mediziner, ihm erklärten, dass sich um die Befruchtungsarbeit schon die Bienen kümmern, war seine Neugier geweckt. Andere Kinder würden sich beim Bio-Leistungskurs anmelden. Sohn Ingmar lieh sich von seinen Eltern 7600 Mark und machte sich ans Werk, angeleitet von erfahrenen Imkern. Klassenkameraden kümmerten sich um Gameboys, er um (Bienen-)Königinnen.

Nach dreieinhalb Jahren war es dann so weit, dass er seinen ersten eigenen Honig abfüllen konnte. Und sich mit seinem Nebenerwerb einen vierwöchigen USA-Aufenthalt finanzieren konnte: als 14-Jähriger. Im Nachhinein gibt er zu: „Ich war mutiger, als ich es heute wäre.“

Zeitweise hatte er 14 Bienenvölker, derzeit sind es vier. Eines davon wird jetzt, zumindest teilweise, seines Honigs beraubt. Und weil sich niemand gerne bestehlen lässt und er deshalb mit der Gegenwehr der Bienen rechnen muss, setzt Honigräuber Kersten die Rauchmaschine an: keine Pfeife, wie’s in alten Filmen oft zu sehen ist, sondern eine Art kleiner Blasebalg. Der Sinn der Übung ist nicht, die Bienen zu sedieren. Im Gegenteil, der Rauch weckt ihre Aktivität. Allerdings in einer Weise, die sie vom Angriff ablenkt. Bienen glauben offenbar, wo Rauch ist, muss auch Feuer sein. Und gegen Feuer hilft kein Angriff (also auch kein Stechen), sondern nur die Flucht, vor der man aber erst noch einmal Kraft tanken muss, vor der noch einmal der Bienenmagen gefüllt sein muss, damit die Flüchtigen genug Energie haben. Also naschen die Bienen erst einmal Honig. Dass die männlichen Drohnen, die außer zur Begattung zu nichts nütze sind, bei Rauch fluchtartig den Stock verlassen und nicht wiederkehren, ist kein Schaden. Es gibt genug...

Weiterlesen können Sie am 31. Juli in der HAZ-Wochenendbeilage "der 7.tag".

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