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Der Norden Lies rechtfertigt geplanten Abschuss
Nachrichten Der Norden Lies rechtfertigt geplanten Abschuss
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00:17 14.02.2019
Olaf Lies (SPD), Umweltminister von Niedersachsen, im Umweltausschusses des Landtags. Quelle: dpa
Hannover

Wölfe haben in Niedersachsen bisher schon 66 Weidekühe gerissen. Diese Zahl nannte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD), als er im Umweltausschuss des Landtages erörterte, warum er einen bestimmten Wolfsrüden im Kreis Nienburg abschießen will. Allein zehn Rinder gingen auf Konto dieses Wolfes aus dem Rodewalder Rudel, skizzierte Lies vor dem Ausschuss. Ferner habe der Wolf drei Ponys gerissen.

Dass der Wolf überhaupt auf Rinder losgehe, sei ungewöhnlich, meinte Lies. Auch 1,70 Meter hohe Zäune hielten ihn nicht von seinen Angriffen ab.

Rüde trainiert die Welpen

Lies betonte, dass der Wolf mit seinem Verhalten zum „Lehrer“ seiner Wolfsjungen werde. Erlerntes Verhalten verstetige sich. Für Niedersachsen, das die Weidetierhaltung fördere und begrüße, entstehe damit ein Problem. Die „Weitergabe problematischer Jagdtechniken“ sei auch nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein Argument, einen problematischen Wolf der Natur zu „entnehmen“.

Lies wies auf ein Verfahren hin, das vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg über den geplanten Abschuss anstehe. Deshalb habe er ihn vorläufig gestoppt. Während SPD und CDU das Vorgehen des Ministers begrüßten, fragte der Grünen-Politiker Christian Meyer den Umweltminister, warum er den geplanten Abschuss nicht mit Bundesbehörden abgestimmt habe. Lies sagte, eine rechtliche Prüfung habe ergeben, dass man handeln müsse. Wenn der Staat in diesem Fall nicht handele, habe man bald immer weniger Akzeptanz für die Wiederkehr der Wölfe. Der CDU-Abgeordnete Frank Oesterhelweg sagte, es sei inakzeptabel, dass sich Wölfe mittlerweile schon in der Nähe von Kindern bewegten.

Von Michael B. Berger

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