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Der Norden Nur halb so viele Lehrer eingestellt wie nötig
Nachrichten Der Norden Nur halb so viele Lehrer eingestellt wie nötig
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00:17 02.06.2018
Bald auch an Gesamtschulen Mangelware? Gerade für die Jahrgänge 5 bis 10 fehlen die Lehrer. Quelle: dpa
Hannover

Die Gesamtschulen in Niedersachsen bangen um ihre Unterrichtsversorgung. Nicht nur in der Oberstufe, sondern auch in den unteren Jahrgängen werden nach Ansicht der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschulen (GGG) ab dem Sommer viele Lehrer fehlen. Besonders betroffen seien vor einigen Jahren neu gegründete Gesamtschulen, die jetzt bis zur Oberstufe hochgewachsen seien. Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP, die der HAZ vorliegt, bestätigt ihre Befürchtungen: Für eine 100-Prozent-Versorgung wären 800 Neueinstellungen nötig, eingestellt werden sollen aber nur 407.

800 Stellen nötig, besetzt werden sollen 400

Für 58 offene Stellen an Gesamtschulen habe sich überhaupt kein Bewerber gefunden. Sechs Gesamtschulen starten ab August in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufen, unter anderem in Wolfenbüttel, Braunschweig sowie in den Kreisen Lüneburg, Verden, Osterholz und Lüchow-Dannenberg. Dazu werden 27 Vollzeitstellen benötigt.

Das Ministerium verweist in seiner Antwort darauf, dass durch Umverteilungen Lücken ausgeglichen werden könnten und auch noch Bewerber in späteren Einstellungsrunden eingestellt werden könnten. Priorität habe im nächsten Schuljahr die Lehrerversorgung im Sekundarstufen-I-Bereich an Haupt-, Real-, Ober- aber auch Gesamtschulen. Den Grundschulen käme die Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung in die Kitas zugute, dadurch würden rund 14.000 Lehrerstunden frei. Das Land müsse zudem für die Umstellung der Gymnasien auf G 9 vorsorgen und genügend Pädagogen einstellen, die ab 2020 die dann 13 Jahrgänge am Gymnasien unterrichteten. Bis 2020 würden diese Lehrer habe zur Sicherung der Unterrichtsversorgung in der Sekundarstufe I eingesetzt.

„Beispielloses Personalchaos“

Nach Ansicht von Björn Försterling (FDP) hat auch der neue Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die alten Probleme der Unterrichtsversorgung nicht gelöst. „Dass jetzt auch die Gesamtschulen leiden werden, lässt nichts Gutes für das neue Schuljahr ahnen.“ Scharfe Kritik kommt auch von GG-Landeschef Andreas Meisner: „Sehenden Auges erzeugt der Minister ein Personalchaos, das bisher beispiellos ist. Es wurden keine Stellen, wie von uns gefordert, nachgeschoben, es gibt nur eine Umverteilung, und in der zweiten Runde ist der Markt leer gefegt.“

Die Abordnungen, die angeblich unterbleiben sollten, seien programmiert, teilweise schon durch die Stellenausschreibung vorgeben. Gymnasien würden an Haupt-, Ober- und Gesamtschulen abordnen müssen, Hauptschulen teilweise an Grundschulen. Meisner sagt: „Man könnte meinen, der Plan des Ministers ist, alle Schulformen gegeneinander aufzubringen.“

Von Saskia Döhner

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