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Der Norden 40 Prozent der Erstklässler haben Sprachprobleme
Nachrichten Der Norden 40 Prozent der Erstklässler haben Sprachprobleme
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16:22 31.08.2018
Nur knapp 55 Prozent der Erstklässler werden bei der Schuleingangsuntersuchung keine Sprachtherapie empfohlen. Quelle: Frank Leonhardt
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Hannover

Mehr als 40 Prozent der Kinder in Niedersachsen haben bei ihrer Einschulung in der Entwicklung der Sprache Probleme. Das zeigen Daten des Landesgesundheitsamtes für das Jahr 2017, die am Freitag in Hannover veröffentlicht wurden. 2010 lag der Anteil noch bei nur 35 Prozent. „Diese Zahlen zeigen Handlungsbedarf angesichts der Bedeutung der Sprache für die Teilhabe am Unterricht und dem sozialen Miteinander“, sagte Elke Bruns-Philipps vom Landesgesundheitsamt.

Zugleich zeigten die Auswertungen, dass sich der Kindergartenbesuch positiv auf die Sprachentwicklung auswirke und dazu beitrage, Sprachdefizite früher zu erkennen, sagte sie. 2017 waren insgesamt 68.815 Kinder untersucht worden, davon etwa je zur Hälfte Mädchen und Jungen. Mehr als ein Viertel der Schulanfängerinnen und Schulanfänger hatten einen Migrationshintergrund. „Die Gesundheitsberichterstattung liefert die Basis für Planung und politisches Handeln“, sagt NiedersachsensSozialministerin Carola Reimann (SPD): „Es geht schließlich um das Wohl und die Zukunft unserer Kinder.“

Zu wenig Sprachförderung

Der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, erneuerte mit Blick auf die Zahlen die Kritik an der Verlagerung der vorschulische Sprachförderung in die Kitas. „Vielmehr wäre eine Aufstockung der bestehenden Förderung richtig gewesen“, sagte er. „Die Zahlen belegen, dass die bisherige Förderung im sprachlichen Bereich bei weitem nicht ausreicht. Der Mangel wird sich nun an den Grundschulen weiter fortsetzen, da dort nicht genügend Ressourcen sind, um Sprachdefizite aufzufangen.“

Bei etwas mehr als 55 Prozent der Kinder waren nach den Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen der Städte und Landkreise gar keine oder nur leichte Auffälligkeiten entdeckt worden, hieß es. Gut 26 Prozent befanden sich bereits in Behandlung und bei knapp 25 Prozent wurde eine weitere ärztliche Untersuchung empfohlen.

Von lni

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