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Der Norden Schon 50 Grippetote in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Schon 50 Grippetote in Niedersachsen
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19:11 20.03.2018
Allein in Niedersachsen sind in diesem Winter bisher 50 Menschen nachweislich an Influenza gestorben. Quelle: Symbolbild
Hannover

 Die heftige Grippewelle hat in Niedersachsen inzwischen 50 Menschen das Leben gekostet. Unter den Todesfällen befanden sich 15 Menschen im Alter unter 70 Jahren, darunter 2 Kleinkinder, teilte das Landesgesundheitsamt am Dienstag mit. Eines der Kleinkinder stammte aus der Region Hannover. 

„Wir haben auf die Zahl der Infektionen bezogen die stärkste Grippesaison der letzten Jahre“, sagte Matthias Pulz, der Leiter des Landesamtes, der HAZ. Die Werte lägen deutlich über denen der vergangenen drei Jahre, in denen es ebenfalls viele Infektionen mit dem Influenza-Virus gegeben habe. Auch in den gesamten 14 Jahren, seit denen das Amt dieses Meldesystem verwende, habe es nie eine höhere Anzahl von Ansteckungen gegeben.

Immer noch erkranken außergewöhnlich viele an Grippe

„Die Influenza-Aktivität ist weiterhin hoch“, teilt auch das Robert-Koch-Institut in Berlin in seinem aktuellen Bericht mit. Insgesamt sei die von Arztpraxen gemeldete Zahl der Grippe- und grippeähnlichen Erkrankungen aber im März zurückgegangen – das gelte sowohl bundesweit als auch für Niedersachsen

Die Grippewelle flaut nach Angaben  der Landesbehörde allerdings nur sehr langsam ab. Immer noch erkrankten außergewöhnlich viele Menschen. Die laborbestätigten Fälle blieben im Vergleich zur Vorwoche ungefähr konstant. Seit Beginn der Grippesaison im Oktober wurden inzwischen rund 15 000 Fälle registriert. Der Krankenstand in den Kitas als auch die Zahl der Rachenabstriche, die eine Grippeerkrankung nachwiesen, sank allerdings schon in der dritten Woche in Folge leicht.

Kita-Streiks beeinträchtigen Aussagekraft

Weiterhin sehr stark von der Grippe betroffen sind die Kreise Aurich, Wesermarsch, Diepholz, Osnabrück, Harburg, Uelzen, Celle, Peine, Goslar, Northeim, Holzminden, Hameln-Pyrmont, Schaumburg und der Heidekreis. Beeinträchtigt wurde die statistische Erhebung in der vergangenen Woche durch Streiks in Kindertagesstätten. Auch während der nun begonnenen Osterferien sei die Aussagekraft zu den Krankenstandsdaten in den Kitas eingeschränkt.

Auch andernorts in Deutschland flaut die heftige Grippewelle nur langsam ab, teilte das Landesgesundheitsamt mit. Abhängig von der Schwere der jeweiligen Grippesaison kann diese meist in Kombination mit anderen bereits bestehenden Krankheiten zu bundesweit mehr als 20 000 Todesfällen führen.

Ein Vergleich der bestätigten Zahl von 50 Grippetoten in Niedersachsen mit Vorjahreszahlen ist nach Einschätzung der Behörde wenig sinnvoll. Denn erst nach der Saison stelle sich heraus, wie viele Menschen direkt oder indirekt an der Influenza gestorben seien. 

„Zu wenige lassen sich gegen Grippe impfen“

Eine Rolle könnte diesmal gespielt haben, dass das dominierende Virus nicht im verwendeten Dreifach-Impfstoff vertreten war. Ein Problem ist nach Ansicht von Gesundheitsamtschef Pulz auch die Impfmüdigkeit bei den Risikogruppen. Nur 35 Prozent der über 60-Jährigen hätten sich impfen lassen, sagte er. Der Anteil der Geimpften sei im Vergleich zu früheren Jahren sogar rückläufig gewesen.

Von Michael Evers und Gabriele Schulte

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