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Der Norden 1484 Atommüllfässer werden kontrolliert
Nachrichten Der Norden 1484 Atommüllfässer werden kontrolliert
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00:17 14.07.2018
Sollen für Schacht Konrad vorbereitet werden: Atommüllfässer im Zwischenlager Leese. Quelle: Bert Strebe
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Hannover

Die Atommüllfässer, die sich im Zwischenlager des Landes Niedersachsen in Leese (Kreis Nienburg) stapeln, werden in den nächsten zehn Jahren für die Endlagerung vorbereitet. Nach Informationen der HAZ hat das Umweltministerium jetzt den Auftrag für die sogenannte Konditionierung der Fässer vergeben – sprich: Sie sollen in einen dauerhaft lagerfähigen Zustand versetzt werden. Das Unternehmen, das damit betraut wurde, ist die Gesellschaft für Nuklear-Service, kurz GNS.

Insgesamt handelt es sich um 1484 Fässer aus der früheren Landessammelstelle Steyerberg mit schwach- bis mittelradioaktivem Abfall vorwiegend aus den Bereichen Medizin und Forschung. Er ist bis zu 40 Jahre alt. Alle Fässer sollen einzeln überprüft werden, weil man nicht immer sicher sein kann, was sich in welchem Zustand in den gelben Tonnen befindet. Zuletzt waren sieben Fässer aufgefallen, weil sie Rostspuren zeigten oder sich die Deckel wölbten; in einem Fall hatte man ein Fass geöffnet und Laborkittel und flüssiges Material gefunden, obwohl nur trockene Substanzen drin sein sollten.

Wie die HAZ aus dem Umweltministerium erfuhr, wird 2019 mit der Konditionierung begonnen, 150 Fässer können pro Jahr behandelt werden. Zehn bis 15 Millionen Euro wird das alles kosten, die Rechnung übernimmt der inzwischen für Endlagerfragen zuständige Bund.

Die GNS, eine auf nukleare Entsorgung spezialisierte Firma, erledigt die Arbeiten in Jülich auf dem Gelände des dortigen Forschungszentrums. Sie war das einzige Unternehmen, das sich auf die europaweite Ausschreibung des Auftrags hin beworben hatte. Sie wird die Fassinhalte kontrollieren und, falls nötig, trocknen und so behandeln, dass nichts klappert und nichts austritt. Anschließend werden die Fässer in spezielle Container für das Endlager Schacht Konrad verpackt und wieder nach Leese gebracht, wo sie lagern sollen, bis Konrad in Betrieb geht, was nicht vor 2027 sein wird.

Das gehört zu den offenen Punkten in der Rechnung: Wann genau das Endlager fertig ist, weiß niemand, und alle Konrad-Container werden nicht auf das Gelände in Leese passen. Zudem läuft dort 2030 der Mietvertrag aus. Unklar ist auch, was mit weiteren 3400 Fässern mit Abfällen aus einer Braunschweiger Nuklearmedizinfirma passiert, die noch in Leese lagern, aber besser in Schuss sind.

Minister Olaf Lies sagte am Mittwoch auf Anfrage, mit dem Handlungskonzept für die Steyerberg-Fässer, die man „so früh wie möglich“ an den Bund übergeben werde, sei Niedersachsen seinen Verpflichtungen nachgekommen. „Nun fängt ein neues Kapitel an.“

Von Bert Strebe

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