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Der Norden Gefasster Bulgare wird wohl schnell ausgeliefert
Nachrichten Der Norden Gefasster Bulgare wird wohl schnell ausgeliefert
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20:02 11.10.2018
08.10.2018, Bulgarien, Sofia: Ein Porträt der getöteten Fernsehreporterin Wiktorija Marinowa steht während einer Mahnwache auf dem Freiheitsdenkmal in der bulgarischen Hauptstadt Sofia . Foto: Str/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Hannover

Der mutmaßliche Mörder der bulgarischen Moderatorin Wiktorija Marinowa kann wahrscheinlich schon bald nach Bulgarien ausgeliefert werden. Das erfuhr die HAZ aus dem niedersächsischen Justizministerium. „Der Tatverdächtige hat der beschleunigten Auslieferung in sein Heimatland zugestimmt und die Tat im Wesentlichen eingeräumt“, hieß es am Donnerstag im Justizministerium. Deshalb könne die Auslieferung nach Bulgarien, wahrscheinlich „schon in wenigen Tagen geschehen“. Der 20-jährige Tatverdächtige war am Dienstagabend in Stade festgenommen worden, wo er sich in der Wohnung der Mutter versteckt hatte. Ihm wird vorgeworfen, in der letzten Woche die in Bulgarien bekannte Moderatorin vergewaltigt, beraubt und stranguliert zu haben und dann nach Deutschland geflüchtet zu sein.

Vermutlich waren Alkohol und Drogen im Spiel

Unterdessen hat sich im bulgarischen Fernsehsender „Nova TV“ die Mutter des Tatverdächtigen Sewerin K. geäußert, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Ihr Sohn habe ihr gegenüber zugegeben, das Verbrechen begangen zu haben. Er habe dabei unter Alkohol und Drogen gestanden. „Er gab die Tat zu und begann vor mir zu schreien – er ist sonst nicht so, ich kann es nicht begreifen“, sagte die Mutter bulgarischen Reportern, die sie in Stade aufgesucht hatten.

Der Fall hat deshalb europaweit Aufsehen erregt, weil die Moderatorin in ihrer Sendung zuletzt zwei Investigativjouranlisten auftreten ließ, die über die Veruntreuung von EU-Fördergeldern in Bulgarien berichteten. Deshalb war vermutet worden, dass die Moderatorin Opfer eines „politischen“ Mordes sein könnte. Jetzt deutet alles darauf hin, dass sie Opfer eines „gewöhnlichen“ Verbrechens geworden ist.

Von Michael B. Berger

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