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Der Norden Hanomag-Rekordauto: Jungfernfahrt durch Hannover denkbar
Nachrichten Der Norden Hanomag-Rekordauto: Jungfernfahrt durch Hannover denkbar
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10:29 04.07.2018
Mechaniker Peter Langner fährt mit der halbfertigen Rekonstruktion des Hanomag-Rekordwagen über einen Feldweg. Quelle: dpa
Hannover

Flach wie eine Flunder, aerodynamisch wie ein Flugzeugrumpf: Der Nachbau eines historischen Diesel-Weltrekordautos der hannoverschen Firma Hanomag steht unmittelbar vor der Erstfahrt. „Die Karosserie ist längst fertig; was noch fehlt, sind Instrumente, Kardanwelle und Lichtmaschine - dann ist er komplett“, sagt Horst-Dieter Görg, der mit seinen befreundeten Tüftlern die Fertigstellung für Ende August anpeilt. Grund: „Unser Elektriker ist nach einer Operation in der Reha, und wir haben die Instrumente auch noch nicht.“ Das Original fuhr 1939 auf der Autobahn bei Dessau vier Weltrekorde ein und wurde später im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Viele Originalteile verbaut

„Bisher ist geplant, dass wir den Wagen dann am 3. Oktober auf der Autobahn bei Dessau zeigen, aber das hängt von einer entsprechenden Genehmigung des zuständigen Verkehrsministeriums in Magdeburg ab“, sagt der Betriebswirt Görg, der Anfang der 1980er Jahre bei der Auflösung der Traditionsfirma Hanomag historische Blaupausen des Wagens aus dem Abfall-Container geholt hatte.

Trotz immer wieder fehlender Sponsorengeldern hatte er sich mit Freunden im Arbeitskreis Technik- und Industriegeschichte (AK TIG) an den Nachbau gemacht. Gemeinsam trugen sie aus allen Teilen der Republik Getriebe, Chassis, Motorblock und andere mechanische Teile zusammen - die Technik des silbern glänzenden Nachbaus besteht weitgehend aus Originalteilen.

Motor, Lenkrad, sogar hannoversche Excelsior-Reifen: Wir zeigen die Detailbilder des Hanomag-Weltrekorddiesels aus Hannover.

Erstfahrt in Hannover?

Sollte die Genehmigung für die Erstfahrt der Replika bei Dessau wegen der vielen Autobahn-Baustellen nicht erteilt werden können, dann hat Görg bereits einen Alternativplan in der Tasche: „Wenn Dessau nicht läuft, dann machen wir eben etwas in Hannover.“ Idealerweise sollte das im Umfeld des früheren Hanomag-Geländes sein, aber genaue Details stehen noch nicht fest. Auf jeden Fall soll der einst in Hannover entwickelte und gebaute Wagen dann im kommenden Frühjahr in der niedersächsischen Hauptstadt gewürdigt werden - im 80. Jahr nach den damaligen Weltrekordfahrten. Im Juni durften die Hannoveraner den Nachbau des Weltrekordautos im Rahmen der Langen Nacht der Museen bereits das erste Mal bestaunen. Dort ist der Flitzer seitdem regelmäßig zu sehen.

Ein Meilenstein der Technikgeschichte

Das Fahrzeug mit seiner Aluminiumhülle gilt als Meilenstein deutscher Technikgeschichte. Beim Weltrekord kam es mit seinem Klein-Diesel auf eine Geschwindigkeit von immerhin 165 Stundenkilometer. Das Nachbau-Projekt versteht sich als Hommage an Rudolf Diesel und auch Hanomags damaligen Motoren-Chefkonstrukteur Lazar Schargorodsky. Lange bevor der Diesel in den vergangenen Jahren durch Abgas-Manipulationen in Verruf geriet, setzte Schargorodsky vor gut 75 Jahren seine Klein-Diesel auch bei Personenwagen ein. Davor gab es sie vor allem bei Lastern oder Traktoren.

Von RND/dpa

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