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Instrument aus der Heide hat weltweiten Erfolg

Sansula Instrument aus der Heide hat weltweiten Erfolg

Ein afrikanisch anmutendes Musikinstrument aus der Heide erobert die Welt. Der Musiker Peter Hokema hat die Sansula, ein auf eine Art Trommel montiertes handliches Zupfinstrument, erfunden – und patentieren lassen. „Die Idee zu der Kombination ist mir beim Improvisieren gekommen“, erzählt der 61-Jährige.

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Fasziniert von unkomplizierten Instrumenten: Peter Hokema stellt in seinem Betrieb jährlich rund 20.000 Instrumente her.

Quelle: Jung

Honerdingen. „Der weiche Ton und der raumfüllende Klang gefielen mir sofort.“ Im Familienbetrieb in Honerdingen bei Walsrode entstehen inzwischen rund 20  000 Instrumente pro Jahr mit viel Handarbeit. Gebaut werden in Honerdingen zwei Arten Zupfinstrumente: das kleine Handzupfinstrument Kalimba und die Sansula als Kombination von Kalimba und Trommel.

Die Kalimba ist ein sogenanntes Lamellofon, altmodisch Daumenklavier genannt, das der afrikanischen Musik entstammt. Bei Hokema werden die etwa handtellergroßen Instrumente aus unlackiertem Kirschholz gefertigt und mit abgerundeten Zupfzungen aus einem Spezialstahl versehen. Schon kleine Kinder können der Kalimba wohlklingende Töne entlocken. „Mein Sohn hat sie schon mit zwei Jahren gespielt“, erzählt Peter Hokemas Sohn Hugo, der sich um den Vertrieb kümmert. Das einfachste Modell mit fünf Zupfzungen werde besonders gern für Kinder gekauft.

Die Sansula ist Hokemas patentierte Weiterentwicklung der Kalimba. Dafür wird die Kalimba in der Honerdinger Werkhalle auf einem ovalen Buchenholzrahmen angebracht, der – je nach Version – mit Ziegenfell, Zellulosefolie oder Kunststoff bespannt wurde. Das neueste Modell ist die E-Sansula; sie kann mit einem Verstärker verbunden werden. „Sie geht auf Kundenwünsche zurück“, sagt Hokema.

Der Instrumenteerfinder, der stets mit Schirmmütze auftritt, ist auch als Profimusiker weit über die Region hinaus bekannt. In diversen Klassik-, Blues-, Folk- und Bluegrassformationen wie Glissando und Ol’Potatoes spielt er vor allem Mandoline, Geige oder Gitarre – in seiner ruhigen Art höchst virtuos.

Die Freude am Basteln und die Begeisterung für Flohmarktbesuche kamen zur Musikleidenschaft dazu. Der Bau unkomplizierter Instrumente, wie sie in Afrika üblich sind, faszinierte Hokema schon während seines Musikstudiums in Bremen und den Niederlanden besonders. „Es ging bei mir mit einer Schrankwand vom Sperrmüll los, dann kam die Kokosnuss, auf die ich zwei Saiten gezogen habe“, erinnert sich der gebürtige Ammerländer schmunzelnd. Seitdem hat Hokema einen stetig wachsenden Betrieb mit inzwischen zehn Mitarbeiterstellen geschaffen. Ehefrau Hanna und die beiden Söhne Hugo und Felix sind ebenso dabei wie deren Partnerinnen. In der Werkstatt dröhnen Hobel, drehen sich Fräsen und Schleifmaschinen; Mitarbeiter schleifen jede Rundung persönlich nach. Andere tauchen den Kirschholz-Korpus der Kalimba ins Leinölbad und wachsen ihn anschließend.

Der Musiker Peter Hokema hat die Sansula, ein auf eine Art Trommel montiertes handliches Zupfinstrument, erfunden und patentieren lassen. Im Familienbetrieb in Honerdingen bei Walsrode entstehen inzwischen rund 20 000 Instrumente pro Jahr – mit sehr viel Handarbeit.

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Besonders stolz ist Hokema auf die Federstahlzungen seiner Instrumente. Leider gebe es Plagiate, sagt der Musiker. Aber seine Rezeptur für die Beschichtung habe noch keiner nachahmen können: „Rostfrei, ohne an den Daumen und im Klang hart wie Edelstahl zu sein“, sagt er und zupft „Frère Jaques“ auf einer Elf-Zungen-Kalimba. Auch dieses Modell wurde auf Kundenwunsch ins Programm genommen. Denn viele Kalimba-Spieler wollten das Instrument nicht nur für Improvisationen oder als Begleitung nutzen, sondern ganze Melodien darauf spielen. Ebenfalls recht neu ist eine Partner-Kalimba für zwei Spieler. Inzwischen gibt es auch Workshops, ein Lehrbuch und eine App fürs Smartphone, mit der das Instrument gestimmt werden kann.

Die Kalimbas und Sansulas werden zunehmend auch in Therapie-, Demenz- und Hospizgruppen eingesetzt. Hokema exportiert in die USA, nach Russland und in wohl alle europäischen Länder. Eine Anfrage aus Mosambik freute ihn kürzlich besonders: Die Leiterin einer Privatschule bestellte 15 Instrumente für eine Klasse. So landen die Kalimbas aus der Heide sogar dort, wo sie ihren Ursprung haben: in Afrika.     

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