Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Streit um Aufwertung von B 6 zu A 36
Nachrichten Der Norden Streit um Aufwertung von B 6 zu A 36
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 29.09.2018
Bernhard Zentgraf vom Bund der Steuerzahler Niedersachsen hält die Aufwertung der A 395 bei Braunschweig zur A 36 für völlig unnötig, da neue Schilder aufgestellt werden müssten. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Vom kommenden Jahr an soll die bisher am Harzrand verlaufende Bundesstraße 6, die wegen ihres vierspurigen Ausbaus schon heute Harzautobahn genannt wird, zur Autobahn 36 erklärt werden. Und auch das Autobahnteilstück zwischen Braunschweig und dem Autobahnkreuz Vienenburg soll ab Herbst kommenden Jahres nicht mehr A 395 heißen, sondern ebenfalls A 36. Den dafür nötigen Austausch von Schildern hält Niedersachsens Steuerzahlerbund für völlig überflüssig und fragt das Bundesverkehrsministerium in Berlin, welche „zwingenden Gründe“ denn dafür sprächen. „Das ist doch irrwitzig“, findet Steuerzahlerbundchef Bernhard Zentgraf: „Durch die Umbenennung kommt doch keiner schneller in den Harz.“

Statt der Harzautobahn Schlaglochsanierung?

Welche tatsächlichen Kosten die lange geplante Aufwertung der bisherigen Bundesstraße und des Autobahnteilstückes hervorrufen, ist noch ungewiss. Das Land Niedersachsen hat nach Auskunft des Verkehrsministeriums hierüber keine Kenntnis, begrüßt aber den Plan des Bundes, eine einheitliche Autobahn 36 zu schaffen, die von Braunschweig bis nach Quedlinburg reichen wird. Zum Januar 2019 soll die bisherige B 6, die vom Autobahnkreuz Vienenburg über Goslar am Harzrand verläuft und über Wernigerode, Blankenburg und Aschersleben nach Bernburg in Sachsen-Anhalt führt, offiziell A 36 heißen. Die bisher gelben Richtungshinweise würden in blaue umgetauscht. „Nach Angaben aus Sachsen-Anhalt kostet schon das 2 Millionen Euro“, ärgert sich Zentgraf: „Umso sinnloser ist dann noch der Austausch der Schilder auf der bisherigen A 395. Das sollte man doch lieber für das Geld Schlaglöcher füllen.“

Goslars OB Junk begrüßt den Plan

Im Landesverkehrsministerium teilt man diese Sicht nicht. Man folge mit der Aufwertung lediglich dem Wunsch vieler Harzgemeinden, da eine Autobahn zweifellos wirtschaftlich eine andere Qualität habe als eine Bundesstraße, sagt Julia Wolffson, Sprecherin des Ministeriums. Auch im Bundesverkehrsministerium rechnet man mit einer anderen Wahrnehmung der Region, sowohl in touristischer als auch wirtschaftlicher Sicht. So sieht es auch Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU), der die Kritik des Steuerzahlerbundes als „ziemlich kleines Karo“ bezeichnet. „Die Umwidmung wird die Verkehrsströme ziemlich verändern“, glaubt Junk. So könnte die neue Harzautobahn auch die viel befahrene West-Ost-Strecke A 2 entlasten, da sie künftig auch in den Navigationsgeräten ganz anders wahrgenommen werde als die bisherige B 6. Zudem dürfen auf den Autobahnen die Fernziele angezeigt werden, während an Bundesstraßen die näher liegenden Ziele angegeben werden. „Das macht schon einen Unterschied“, sagt Junk.

Bernhard Zentgraf vom Steuerzahlerbund kann er damit nicht überzeugen. Er hat bereits eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium losgeschickt, das für den Austausch der Schilder verantwortlich ist. „Welche zwingenden und unabweisbaren Gründe sprechen für die Umbenennung der A 395 zur A 36“ will Zentgraf wissen. Dass die Autofahrer sich besser orientieren könnten, ist für Zentgraf noch kein zwingender Grund.

Von Michael B. Berger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Süße Katzenbabys in jeder Ecke: In allen verfügbaren Räumen des Tierheims Peine miauen die kuschligen Vierbeiner – 50 an der Zahl. Doch es sind zu viele. Das Tierheim sucht nun dringend Abnehmer.

26.09.2018

Ein Ende des Einsatzes ist noch nicht abzusehen, aber es geht voran. Bis Ende der kommenden Woche soll die Bundeswehr die Löscharbeiten wieder selbst übernehmen. Zudem macht ein möglicher Sabotagefall den Feuerwehrleuten zu schaffen.

26.09.2018

1300 neue Leher will das Land Niedersachsen zum neuen Schuljahr einstellen. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) angekündigt. Das bedeute: „Jeder Absolvent einer Lehrerausbildung erhält ein Angebot.“

26.09.2018