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„Der Tag der Norddeutschen“ Der 11. Mai im Norden

Wie ist er denn so, der Norddeutsche? Dröge, erdverwachsen, eher still und verschlossen, aber zuverlässig? Oder doch engagiert, kämpferisch, dickköpfig und begeisterungsfähig? Das NDR Fernsehen versucht, die Menschen im Norden mit einem Mammutprojekt zu ergründen: Kamerateams haben dazu 18 Stunden lang rund 100 Norddeutsche begleitet.

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Die hannoversche Filmemacherin und Fotografin Franziska Stünkel versucht, die Menschen im Norden mit einem Mammutprojekt zu ergründen.

Quelle: Hagemann

Hannover. Gefilmt wurden die Norddeutschen am 11. Mai bei der Arbeit, beim Feiern, beim Proben, eben in ihrem ganz alltäglichen Leben – unter anderem auch in der HAZ-Redaktion. Entstanden sind kurze, filmische Porträts.

Was bei den Gefilmten in Göttingen, Bremen, an Nord- oder Ostseeküste, im Harz, in der Lüneburger Heide, Hannover oder auch anderswo passiert ist, hat insgesamt ein variantenreiches Bild ergeben. Die hannoversche Filmemacherin und Fotografin Franziska Stünkel hat das dramaturgische Konzept für den ungewöhnlichen Fernsehfilm entwickelt. Am 10. November ist die Megadokumentation im NDR Fernsehen zu sehen – und zwar in Echtzeit. Und wie ist er denn nun, der Norddeutsche? Ganz ganz unterschiedlich, wie unsere Bilder vom gestrigen Drehtag zeigen.

Dauercamper – und das seit 43 Jahren

Dransfeld bei Göttingen, rund 4000 Menschen leben hier. Am Hohen Hagen liegt der Campingplatz des Städtchens, ein Fünf-Sterne-Campingplatz wohlgemerkt. Den Dauercampern Uschi (72) und Georg Emme-Weiß (84) aus Göttingen gefällt es in dieser Ecke Südniedersachsens so gut, dass sie mindestens drei Monate des Jahres im Campingwagen leben, und das seit 43 Jahren.

„Wegen der Kinder haben wir hier damals den Platz gemietet“, sagt Uschi Emme-Weiß. Die sollten an die frische Luft – und „Auslauf haben“. In der Stadt da ginge das ja nicht so. Den kleinen Streifen Grün vor ihrer Campingbehausung beginnen die beiden gerade vom Unkraut zu befreien und neu zu bepflanzen. Das Paar trägt zwar Regenjacken, ist im Übrigen aber eher sommerlich gekleidet. Kurze Hose, Sandale, keine Socken. Das sei doch ein typischer wechselhafter norddeutscher Frühling, meinen beide achselzuckend. Da müsste man auf alles eingestellt sein. Darin hätten sie nun jahrzehntelanges Training.

In Göttingen hatten beide früher einen Friseursalon. Der Campingplatz in Dransfeld war während der Berufstätigkeit ihr Zufluchtsort und ist es auch jetzt im Rentenalter. An ihre Kinder hat sich diese Leidenschaft nur bedingt vererbt. Die Tochter wohnt mittlerweile in Stuttgart, der Sohn hält nicht viel vom Campen. „Aber die Enkelkinder, die kommen mittlerweile oft“, sagt Uschi Emme-Weiß. Vermutlich habe die Leidenschaft einfach eine Generation übersprungen.

Das Ehepaar Lesser, das den Campingplatz verwaltet, habe die beiden für den Dreh mit dem NDR vorgeschlagen. Warum? „Na, weil wir die ältesten sind“, sagt die ehemalige Friseurin. „Wir sind am längsten da und die Ältesten auf dem Platz!“ Das Campingleben habe sich in den vergangenen Jahren schon verändert. Es kämen einfach nicht mehr so viele Gäste wie früher. „Aber die Gemeinschaft, die ist immer noch da“, sagt Uschi Emme-Weiß. Die und das abendliche Kartenspiel.

Christiane Eickmann

 
Viel Lust auf die große Bühne

Janik Eubling ist erst 17, doch sein Berufswunsch steht fest: Er will Schauspieler werden. Der Schüler hat bereits bei mehreren Projekten am Schauspielhaus Hannover und an der jungen Oper mitgespielt. „Auf der Bühne ist alles möglich“, sagt Janik, der zurzeit für das Stück „Candide“ von Voltaire probt. „Der Premierenapplaus , das ist Glück pur“, sagt er – etwas pathetisch für einen 17-Jährigen. Aber für einen Schauspieler kann das ja nicht schaden.

Christiane Eickmann / Foto: Martin Steiner

 
Die engagierte Pastorin

Ihr Tag ist ausgefüllt: Andacht, Frauenfrühstück, Treff mit dem Restaurator, Mittagessen samt Wochenabsprache mit den Helfern auf dem Pfarrhof. Die 43-jährige Elisabeth Lange ist seit 2006 Pastorin in der evangelischen Kirchgemeinde Bernitt bei Bützow (Landkreis Rostock). Die zweifache Mutter hatte sich selbst für den Dreh beworben. Nicht weil sie sich für eine besondere Pastorin hält. Sondern weil sie zeigen will, dass ihre Kirche zu Norddeutschland gehört.

Elisabeth Lange / Foto: Lilienthal

 
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HAZ-Redakteur/in Christiane Eickmann

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  • Nächste Wahl: 2018
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