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„Der Tag der Norddeutschen“

Regisseurin Stünkel sieht sich als Film-Dirigentin


Franziska Stünkel ist als Regisseurin ernster Filme bekannt. Mit der NDR-Sendung „Der Tag der Norddeutschen“ verwirklicht sie jetzt eines der großen Filmprojekte Norddeutschlands. Sie versteht sich bei ihrer Arbeit als eine Art Regie-Dirigentin.
Foto: Franziska Stünkel ist als Regisseurin ernster Filme bekannt.

Franziska Stünkel ist als Regisseurin ernster Filme bekannt.

© Tim Schaarschmidt

Hannover. Franziska Stünkel liebt die Rolle der Beobachterin. In ihren Filmen und Fotografien wählt die Regisseurin aus Hannover immer die nüchterne Betrachtung menschlicher Schicksale oder zeigt kurze Alltagsmomente, die viel Raum für Interpretation lassen. „Ich liebe es, in verschiedene Lebenswelten einzutauchen“, sagte die 38-Jährige über ihre Arbeitsweise.

Für die NDR-Sendung „Der Tag der Norddeutschen“ kann sie jetzt gleich 100 verschiedene Lebenswelten beobachten. 100 Menschen aus ganz Norddeutschland werden am 11. Mai 18 Stunden von Kamerateams begleitet. Franziska Stünkel soll als Regisseurin daraus einen ganzen Film formen, der die Stimmung im Norden einfängt, ohne dass es zu sehr nach Imagefilm aussieht. Er soll am 10. November ausgestrahlt werden.

Eine unglaubliche organisatorische Aufgabe und für den Norddeutschen Rundfunk „das Medienereignis des Jahres“. Doch überfordert fühlt sich Franziska Stünkel nicht: „So einen Film gehe ich wie eine Dirigentin an. Dabei geht es darum, alle Details aufeinander abzustimmen, so dass nichts im Vordergrund steht oder in den Hintergrund gerät.“

Schon bei der Auswahl der Kandidaten für die Sendung hat sie darauf geachtet, dass ein buntes und vielfältiges Bild vom Norden entsteht. „Vom Harz bis an die Küste, Osten und Westen, alt und jung, reich und arm - total verschiedene Menschen nehmen uns einen Tag mit und zeigen uns die große Vielfalt des Nordens.“ Unterstützung bekommt sie von einem großen Team des NDR und der privaten Produktionsfirma TV Plus. Für deren Geschäftsführer Michael Heiks ist Franziska Stünkel die beste Kandidatin für die Aufgabe. „Sie schafft es, in einem Ereignis viele Geschichten zu entdecken.“

Auch Harald Woyna, zuständiger NDR-Redakteur lobt die Zusammenarbeit. „Sie stellt sich dieser Herausforderung mit großer Offenheit und Wissbegier und zeigt sich sehr kreativ.“ Besonders auch ihr „niedersächsisches Wesen“ sei einnehmend.

Neben der Arbeit für die NDR-Sendung ist Franziska Stünkel momentan vor allem für ihre Fotografien gefragt. Nach dem Gewinn des Audi Art Awards 2009 zeigt sie ihre Arbeiten in der Ausstellung „more than seven billion stories“ in Hannover. Es sind Fotos, die sie auf ihren Reisen durch alle Kontinente gemacht hat - kleine Aufnahmen aus dem Alltag. 

dpa

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