Hannover.
Sie haben eineinhalb Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Wie fühlen Sie sich jetzt kurz vor der Premiere?
Bei mir herrscht viel Vorfreude. Ich bin gespannt, wie es ist, die 18 Stunden gemeinsam mit anderen Zuschauern zu erleben.
Sie schauen sich also morgen alles noch einmal an?
Ja. Die erste Hälfte des Tages werde ich mit Freunden zu Hause in Hannover vor dem Fernseher sitzen.Dann fahre ich nach Hamburg in den NDR, von dort werden die Studioteile live gesendet.
Wie ist er denn nun, der typische Norddeutsche?
Es gibt da ja die Klischees: wortkarg, spröde, langweilig. Also ich kann nur sagen: In den 700 Stunden Filmmaterial haben wir eine unglaubliche Vielfalt gefunden. Das ergibt ein buntes Bild der Menschen im Norden. Was allerdings eint, ist eine wundervoll spröde Art von Humor. Die Menschen nehmen sich selbst nicht zu ernst.
Gibt es einen Protagonisten, der Sie besonders beeindruckt hat?
Mich haben vor allem die kleinen Alltagsmomente berührt, die viel über universelle Gefühle erzählen. Und dass auch Menschen, die unter nicht so einfachen Bedingungen leben, eine positive Triebkraft entwickeln und ihr Lebensglück finden. An jedem Tag und in jedem Leben gibt es was zu entdecken.
Was haben Sie getan, als der Film fertiggeschnitten war?
Ich habe zuerst eine Woche lang abwechselnd geschlafen und bin spazierengegangen. Ich habe ja gemeinsam mit sieben Editoren die letzten fünf Monate in den Schneideräumen verbracht.
Was ist Ihr nächstes Projekt?
Ich schreibe gerade das Drehbuch für einen Kinospielfilm über die Todesstrafe in der DDR. Es die Lebensgeschichte eines Manns, der hingerichtet wurde. Aber das Dokumentarische interessiert mich auch weiterhin sehr.
