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Der Norden Tödlicher A2-Unfall: Lkw erfasst Abschleppwagenfahrer
Nachrichten Der Norden Tödlicher A2-Unfall: Lkw erfasst Abschleppwagenfahrer
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19:30 02.07.2018
Bei einem Unfall auf der A2 starb der Fahrer eines Abschleppwagens, der von einem Lkw erfasst wurde, während er auf dem Standstreifen stand. Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

Auf der Autobahn 2 in Richtung Berlin ist am Montagmorgen ein Mitarbeiter eines Abschleppunternehmens ums Leben gekommen. Der 40-Jährige wurde zwischen Garbsen und Hannover-Herrenhausen von einem Lkw erfasst, als er gerade einen fahrunfähigen Audi zum Abtransport fertig machte. Der Zehntonner rammte zunächst den Abschleppwagen und traf dann den 40-Jährigen. Das Opfer erlag noch am Unfallort seinen tödlichen Verletzungen. Die Autobahn musste ab 11.30 Uhr mehrere Stunden teils voll gesperrt werden.

„Der 40-Jährige führte gerade die letzten Sicherungsarbeiten an dem Audi durch“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse. Der ADAC-Abschlepper befand sich dabei auf dem Standstreifen, der nicht fahrbereite A 8 war schon aufgeladen – gegen 9.50 Uhr waren der Audi und ein Opel in einen Unfall verwickelt. Dann kam plötzlich der Mercedes-Lkw an und rammte zunächst das linke Heck des Abschleppers. „Dabei wurde die rechte Seite des Lastwagens aufgerissen“, sagt Hasse. Sekunden später wurde der 40-Jährige vom Zehntonner erfasst, der sich gerade zwischen Fahrzeug und Hauptfahrstreifen befand. Laut Polizei wurde noch erfolglos versucht, den 40-Jährige vor Ort wiederzubeleben.

Auf der Autobahn 2 ist der Fahrer eines Abschleppwagens von einem Lkw erfasst worden und tödlich verunglückt.

Für die Rettungs- und Bergungsarbeiten musste der Abschnitt der A 2 komplett gesperrt werden. Der Verkehrsunfalldienst der Polizei sicherte Spuren und analysierte den Unfallort mit 3-D-Scannern. Außerdem bitten die Ermittler unter Telefon (0511) 109 18 88 um Zeugenhinweise. Erst gegen 13 Uhr konnte ein Fahrstreifen wieder freigegeben werden. Kilometerlange Staus in Richtung Berlin waren die Folge. Erst am frühen Abend war die Autobahn wieder frei befahrbar.

„Wir sind sehr betroffen von dem Unfall“, sagt ADAC-Sprecherin Anne Heinrich. Die Abschleppunternehmen arbeiten als Auftragnehmer des Automobilclubs, alle Mitarbeiter müssen anhand Vorgaben der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft entsprechend geschult werden. „Eigensicherung ist darin ein großes Thema“, sagt Heinrich. Laut der Information „Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-/Unfallhilfe, Bergungs- und Abschlepparbeiten“ gehören die Abschlepparbeiten zu den gefährlichsten, „weil sie meistens im Gefahrenbereich des fließenden Verkehrs durchgeführt werden müssen“. Auch wenn die meisten Autofahrer richtig reagieren würden, seien manche „unkonzentriert, übermüdet, aggressiv oder in der diffizilen Verkehrssituation überfordert“.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Möglicherweise war dies auch bei diesem Unfall die Ursache. Bislang deute nichts darauf hin, dass sich der Getötete falsch verhielt. „Wir ermitteln gegen den 44-jährigen Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung“, sagt Polizeisprecher Hasse. Die Ermittler prüfen nun unter anderem, ob der Trucker aus dem Raum Hildesheim unachtsam, zu schnell oder abgelenkt gewesen sein könnte. Im vergangenen Jahr gab es auf den Autobahnen rund um Hannover 1339 Unfälle, an denen Lkw beteiligt waren – bei 860 davon waren sie die Verursacher.

Aus diesem Grund forciert die Polizei derzeit ihre Kontrollen auf den Autobahnen – auch mit Blick auf die vielen Baustellen und die Ferienzeit. Vergangenen Donnerstag und Freitag registrierten die Verkehrsüberwacher auf der A 2 allein 154 Lkw, die zu dicht auffuhren oder das Überholverbot ignorierten. Beides zähle zu den Top 3 der Unfallursachen. Darüber hinaus musste die Polizei feststellen, dass während der zwei Kontrolltage fast 650 Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren – teils mit Tempo 141 statt der erlaubten 60 in Baustellenbereichen. Laut Hasse soll es in den kommenden Tagen und Wochen weitere Kontrollen dieser Art geben.

Von Peer Hellerling

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