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Studenten lassen ihre Modellautos um die Wette fahren

10. Carolo Cup Studenten lassen ihre Modellautos um die Wette fahren

Monatelang haben sich 17 Studententeams aus Deutschland, Schweden und der Schweiz auf diesen Moment vorbereitet: Am Dienstagabend Uhr lassen sie beim "Carolo-Cup" der TU Braunschweig ihre selbst gebauten, autonom fahrenden Modellautos gegeneinander antreten.

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Von links nach rechts: Die Studenten des Braunschweiger Carolo-Cup-Teams CDLC, Jan Richelmann, Nikita Kister und Oskar Maier.

Quelle: dpa

Braunschweig. Wie von Geisterhand gesteuert tastet sich der kleine Audi vorwärts. An einer Kreuzung steht ein blaues Verkehrsschild mit einem weißen Pfeil, der das Abbiegen nach links vorschreibt. Das Fahrzeug stoppt kurz an der Haltelinie, als würde es überlegen. Dann setzt es einen kleinen Blinker und fährt nach links über einen Zebrastreifen, auf dem es einen Fußgänger übersieht. Die kleine weiße Pappkiste wird von der Straße gefegt.   Noch nicht alles funktioniert wenige Tage vor dem zehnten "Carolo-Cup" an der TU-Braunschweig. Insgesamt 17 studentische Teams aus Deutschland, Schweden und der Schweiz sollen am Dienstag in der Stadthalle Braunschweig mit ihren Modellautos gegeneinander antreten. Das Ziel ist, mit einem autonom fahrenden Wagen möglichst ohne Fehler einen realitätsnahen Parcours zu bewältigen.  

Der Student Jan Richelmann an einem autonom fahrenden Modellfahrzeug des Braunschweiger Teams CDLC im Institut für Regelungstechnik an der Technische Universität in Braunschweig.

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"Die Vorgaben sind in diesem Jahr noch einmal verschärft worden", erklärt Oskar Maier (24) vom Braunschweiger Team "crazy dancing little caroline" (CDLC). Die Gruppe aus 16 Männern und einer Frau hat im letzten Jahr mit "Carolinchen" den Wettbewerb gewonnen. Neu sind zum Beispiel die kleinen Verkehrsschilder, die Maier mit seinen Kollegen auf der Probestrecke in einem ehemaligen Seminarraum der TU aufgebaut hat. "Kaum ein Team wird dieses Jahr fehlerfrei fahren können", glaubt Maier.

Neben Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrtrichtungszeichen und rechts vor links, muss "Carolinchen" auch ein Überholverbot bewältigen. Auf der Übungsstrecke steht eine weiße Kiste direkt vor dem Auto auf der Fahrbahn. Die schiebt Maier langsam über die Straße. Das Auto folgt brav bis das Überholverbot aufgehoben ist. Dann schwenkt es aus und zieht schnell vorbei, wenn alles gut geht. "?Reflexionen auf dem Boden können "Carolinchen" verwirren", erklärt der Team-Chef. Es ist die Aufgabe des Teams, "die Systeme so weit zu verfeinern, das solche Fehler nicht mehr vorkommen können".  

Dabei müssen die Studierenden "grundsätzlich dieselben Probleme überwinden, die auch bei großen Fahrzeugen zu lösen sind"?, erklärt Hermann Winner, der das Fachgebiet Fahrzeugtechnik an der TU-Darmstadt leitet. Eben deshalb habe sich der "Carolo-Cup" mittlerweile "zu einer festen Größe in der Branche" entwickelt. Die Mitarbeit in einem der Teams "schärft das Problembewusstsein der Studierenden, die künftig beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben werden", ist sich Winner sicher. Denn das Thema Autonomes Fahren "beschäftigt alle großen Automobilkonzerne". ? 

Die wichtigste Hürde in der Entwicklung sei, ein Fahrzeug zu entwickeln, "das so sicher fährt wie der Mensch", betont Winner. Der verursache im Durchschnitt aller Autofahrer nur ungefähr alle dreißig Jahre einen Unfall selber. "Das muss eine Maschine erstmal schaffen". Ein weiteres Problem sei, "dass wir noch nicht wissen, wie sich das sture Befolgen der Regeln auf den Straßenverkehr auswirken wird". Das kann man auch schon auf der Probestrecke der Studierenden in Braunschweig beobachten. Plötzlich bleibt "Carolinchen" stehen, setzt das Warnblinklicht und fährt nicht mehr weiter. "?Sie hat wohl das Ende des Überholverbotes übersehen", sagt Oskar Maier.

dpa

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