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39-Jähriger gesteht tödliche Schüsse

Bluttat in Osnabrück 39-Jähriger gesteht tödliche Schüsse

Im Mordprozess um tödliche Schüsse in einem Supermarkt hat der Angeklagte am Mittwoch vor dem Landgericht Osnabrück gestanden, die Waffe abgefeuert zu haben. Dies sei aber nicht geplant gewesen, sagte der 39-Jährige zum Prozessauftakt und plädierte auf Notwehr.

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Der wegen Mordes angeklagte Mehmet K. (2.v.l) im Landgericht in Osnabrück neben seinen Verteidigern Jens Meggers (l) und Thomas Klein (r). 

Quelle: dpa

Osnabrück. Mit einem Geständnis hat der Mordprozess um tödliche Schüsse in einem türkischen Supermarkt vor dem Landgericht Osnabrück begonnen. Der 39 Jahre alte Angeklagte räumte am Mittwoch ein, auf einen 45 Jahre alten Bekannten geschossen zu haben. Dies sei aber nicht geplant gewesen, sagte der Mann zum Prozessauftakt. Er habe sich vielmehr vor dem Bekannten gefürchtet, denn dieser habe ihn früher mehrfach mit dem Tod bedroht. Bei der zufälligen Begegnung der Männer in dem Lebensmittelmarkt habe er geglaubt, der 45-Jährige würde eine Waffe ziehen. Darauf habe er sich wie in Panik in einer Art Notwehr gefühlt und selbst geschossen, sagte der Angeklagte.

Der 39-Jährige soll im vergangenen Oktober sechs Pistolenschüsse auf das Opfer abgegeben haben, drei davon aus einem Meter Entfernung auf den bereits am Boden liegenden Mann. Der 45-Jährige war auf der Stelle tot. Er hatte dort mit seiner Ehefrau eingekauft. „Der Mann war völlig ahnungslos und hatte keine Abwehrmöglichkeit“, sagte der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklage. 

Bei einer Schießerei ist in einem Supermarkt in Osnabrück ein Mann tödlich verletzt worden.

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„Du Hurensohn, jetzt kannst du nicht mehr weglaufen“, soll das Opfer bei dem Zusammentreffen in dem Supermarkt gerufen haben. „Verschwinde, du Kindermörder“, entgegnete ihm der Angeklagte, bevor es zu einem Gerangel und den Schüssen kam. Kurz nach der Tat hatte sich der Schütze in Begleitung eines Anwalts der Polizei gestellt. Dabei gab er auch die Pistole ab, in deren Lauf noch die siebte und letzte Patrone vom Kaliber 7,65 Millimeter steckte. An Einzelheiten zum Zeitpunkt der Schüsse konnte sich der Mann nicht erinnern und berief sich auf einen „Filmriss“: „Ich weiß nicht mehr, wie oft und wohin ich geschossen habe“, sagte er auf mehrfache Nachfragen von Richter und Staatsanwalt. 

Hintergrund des Mordvorwurfs ist für den Ankläger eine jahrelange Feindschaft zwischen den Familien von Täter und Opfer. Die Angehörigen stammen zum Teil aus der Türkei und sind deutsche Staatsbürger. Unter anderem soll es wegen eines Grundstückgeschäftes in der Türkei zum Streit gekommen sein.

Die Verteidiger wiesen gleich zu Prozessbeginn den Mordvorwurf zurück, es sei stattdessen eine Tötung in einem minder schweren Fall denkbar. Letztlich habe eine andere kriminelle Vorgeschichte zu der Eskalation im Supermarkt geführt: Demnach war die Schwester des Angeklagten früher mit dem 45-Jährigen verheiratet und soll von diesem massiv misshandelt worden sein. Nach der Trennung habe der Ex- Ehemann sie und ihre Brüder mehrfach bedroht.

Unter anderem soll das Opfer mutwillig das Auto des 39-Jährigen beschädigt und als Drohung mehrere Patronen zurückgelassen haben. Der Bekannte soll zudem für eine Brandstiftung auf das Haus des Angeklagten verantwortlich sein. Ein Prozess um diese Tat war jedoch eingestellt worden. Das Gericht hat sechs weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am 8. April fortgesetzt.

dpa

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