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Walkadaver in Wilhelmshaven eingetroffen

Verendete Pottwale Walkadaver in Wilhelmshaven eingetroffen

Wangerooge ist um zwei "Gast-Insulaner" ärmer: Die beiden toten Pottwale sind nach Wilhelmshaven gebracht worden. Abhanden kam dagegen für kurze Zeit ein Wal, der vor Büsum entdeckt worden war.

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Zwei Walkadaver werden am Freitag von Wangerooge nach Wilhelmshaven gebracht.

Quelle: dpa

Wilhelmshaven/Nordstrand. Abgeschleppt, zerschnitten oder präpariert: Experten entsorgen die zwölf toten Pottwale an den Küsten Deutschlands und der Niederlande allmählich. Die Meeressäuger hatten sich wahrscheinlich auf ihrer Wanderroute einfach verschwommen.

Eine Woche nach dem Fund der beiden verendeten Wale auf der ostfriesischen Wangerooge trafen die Tiere am Freitagabend im JadeWeserPort in Wilhelmshaven ein. Die Kadaver sollten gegen 22.00 Uhr mit einem Schwerlastkran aus dem Wasser an Land gehievt werden, sagte Werner Duden von der Einsatzleitung der Jade-Dienst GmbH, die die Schlepper für den Transport der Kolosse bereitgestellt hatte.

Zwei tote Pottwale haben seit Tagen vor Wangerooge gelegen. Am Freitagnachmittag hat nun der Abtransport begonnen. Zwei Schlepper sind im Einsatz, noch am Nachmittag sollen die Kadaver am Festland angelandet werden.

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An Land würden die beiden Kadaver in bereitgestellte Wannen gelegt, um die Körperflüssigkeiten aufzufangen, so Jan Wagner von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Die beiden Kadaver seien in einem verhältnismäßig guten Zustand. Am Samstag sollen die Wale dann zerlegt werden. Die beiden Tiere waren vor einer Woche am Ostzipfel der Insel angeschwemmt worden.

In Schleswig-Holstein erschwerte eine Panne die Bergung eines vor Büsum gefundenen Pottwals. Der Kadaver des Tieres ging am Donnerstagabend in der Nordsee verloren, nachdem kurz vor dem Ziel Nordstrand, nahe Pellworm, die Leine zum Schlepper gerissen war. Erst nach rund zweistündiger Suche am Freitag habe die Schiffsbesatzung des Schleppers "Odin" den Wal wiedergefunden, sagte ein Sprecher des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz..

Der niederländische Tierpräparator sowie Wal- und Dinosaurier-Knochenexperte Aart Walen hatte die beiden Pottwale auf Wangerooge für ihre letzte Meeres-Reise vorbereitet. Er hatte zum einen acht Löcher in jeden Kadaver geschnitten, damit Verwesungsgase austreten konnten. Dann schnitt er die Seitenflossen ab, die beim Abtransport als Bremse hätten wirken können. Die beiden Tiere waren vor einer Woche am Ostzipfel der Insel angeschwemmt worden.

Die Wangerooger wollen einen "ihrer" Wale wieder als Skelett und Touristenattraktion zurück auf die Insel bringen. Das wird nicht billig. Inselbürgermeister Dirk Lindner bemüht sich um Sponsoren. 60.000 Euro wird die Präparierung kosten, schätzt er. "Ganz grob rechnen wir im Februar oder März 2017 mit der Rückkehr des Walskeletts."

Präparator Walen hofft, dass die ersten Arbeiten in Wilhelmshaven in zwei, drei Tagen erledigt sind. Einer der Kadaver werde nicht mehr gebraucht und fachgerecht entsorgt. Der andere soll sorgfältig aufgearbeitet werden. "Allein das Präparieren der Knochen wird wohl zwei bis drei Monate dauern", so Walen.

Der dritte in Niedersachsen angeschwemmte Pottwal - in der Wesermündung bei Bremerhaven - soll dagegen seinem natürlichen Schicksal überlassen werden. Das tote Tier liege im Bereich des Nationalparks, der nicht betreten werden dürfe, teilte das Umweltministerium in Hannover mit. In den vergangenen Tagen verendeten in Deutschland und in den Niederlanden je sechs Pottwale.

Fünf der Wale an der niederländischen Küste sollen zerteilt und dann mit Lastwagen abtransportiert werden. Die Arbeiten sollten noch am Freitag beginnen, teilten die Behörden auf der Wattenmeer-Insel Texel mit. Wegen heftiger Sturmböen über der Nordsee waren Versuche gescheitert, sie mit einem Schiff wegzubringen. Ein sechster Meeressäuger konnte dagegen übers Wasser abtransportiert worden. Alle Kadaver sollen verbrannt werden. Experten hatten zuvor Gewebeproben entnommen, um die mögliche Todesursache festzustellen.

Von Helmut Reuter 
und Alexander Preker

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Nordsee
Foto: Ein Team von Walexperten beginnt auf der Pier des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven mit der Zerlegung von zwei Pottwal-Kadavern.

Die Nordsee wurde für ein Dutzend riesiger Pottwale zur tödlichen Falle. Mehrere der Kolosse sind unter großen Mühen ans Festland gebracht worden. Nun müssen die Überreste entsorgt werden.

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