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Der Norden Jeder fünfte Erstklässler sollte zur Therapie
Nachrichten Der Norden Jeder fünfte Erstklässler sollte zur Therapie
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00:20 23.08.2015
Viele Probleme zum Schulstart, vor allem sprachlich. Quelle: dpa
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Hannover

 Ein Viertel der Eltern bekam vom Amtsarzt den Rat, einen Facharzt für weitergehende Untersuchungen zu besuchen.Insgesamt zeigt die Untersuchung, die nur alle zwei Jahre öffentlich wird, lediglich bei knapp der Hälfte der Mädchen und Jungen keine oder nur geringfügige Auffälligkeiten.

Besonders die Sprachprobleme der Kinder fallen auf. Sie lispeln,stottern oder können bestimmte Buchstabenkombinationen wie „kl“ oder „gr“ nicht richtig aussprechen. Jedes fünfte Kind hat so große Schwierigkeiten, dass es zum Logopäden geschickt wurde.

Derlei körperliche Mängel bleiben oft über Jahre unentdeckt, weil die Abstände der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt mit dem Alter immer größer werden, manchmal liegt sogar ein Jahr oder mehr dazwischen. Hör- oder Sehprobleme fallen oft nicht weiter auf, weil sich die Kinder damit arrangieren. „Ist die Fähigkeit zu hören eingeschränkt, kann dies jedoch gravierende Folgen für die psychische und soziale Entwicklung des Kindes in der Schule haben“, sagt Elke Bruns-Philipps vom Landesgesundheitsamt.

Das Sozialministerium sieht deshalb eine große Chance in der obligatorischen Untersuchung vor der Einschulung. Dies sei eine der wenigen Gelegenheiten, einen Jahrgang umfassend zu untersuchen. „Vorher können wir eine Pflichtuntersuchung nicht vorschreiben“, sagt ein Ministeriumssprecher. „Wir appellieren deshalb immer an die Eltern, die Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter wahrzunehmen, damit Probleme in der Entwicklung schneller erkannt werden können.“

Wie schon 2012 stellten die Ärzte auch 2014 bei 37,1 Prozent der künftigen Erstklässler Störungen im Redefluss oder eine Verzögerung in der Sprachentwicklung fest. Bei 17,7 Prozent sahen die Mediziner allerdings keinen Handlungsbedarf, dem Rest wurde eine Therapie empfohlen. Die meisten Kinder mit gravierenden Sprachproblemen gab es in Holzminden, hier stieg ihre Anzahl von 23 auf 26,5 Prozent. Das Landesgesundheitsamt weist darauf hin, dass die regionalen Unterschiede strukturbedingte Ursachen haben können. In einer Region mit wenig Fachärzten und Sprachtherapeuten sei das Risiko hoch, dass Entwicklungsprobleme in der Sprachfähigkeit von Kindern lange unentdeckt bleiben. Wer einen Kindergarten besucht hat, kann besser sprechen. Bei angehenden Schulkindern, die nicht in einer Kita waren, wird dreimal so oft eine Sprachschwäche erst während der Untersuchung festgestellt als bei Kita-Kindern.

Von Isabel Christian

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