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Der Norden Spenden gegen Rechtsextremismus
Nachrichten Der Norden Spenden gegen Rechtsextremismus
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00:21 31.07.2015
Symbolbild Quelle: dpa
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Hannover /Bad Nenndorf

Die Protestaktion verspottet die Rechtsradikalen und sammelt gleichzeitig Geld für Aussteiger: Wenn Neonazis an diesem Sonnabend in Bad Nenndorf zum zehnten Mal zu einem Aufmarsch zusammenkommen, unterstützen sie unfreiwillig eine Aktion zum Entfernen rechtsextremer Tattoos. Für jede Minute, die die Rechten marschieren, spendieren Gegner – darunter Bürger und Firmen in der Stadt – 10 Euro, mit denen das Aussteigerprogramm Exit das Entfernen der Tätowierungen bezahlt. Angesichts von Protesten wie diesem gerät der Rechtsextremismus in Niedersachsen nach Einschätzung des Verfassungsschutzes in die Defensive.

Rechte Gruppen treten seltener als früher in Erscheinung. Die anhaltenden zivilgesellschaftlichen Proteste ließen rechte Mitläufer nicht unbeeindruckt, außerdem zeige das Durchgreifen der Behörden gegen Neonazis wie das Verbot der Gruppierung „Besseres Hannover“ 2012 Wirkung, sagte ein Verfassungsschutzsprecher in Hannover. Bei dem Aufmarsch in Bad Nenndorf erwartet die Behörde ähnlich wenig Teilnehmer wie im vergangenen Jahr, als die Polizei etwa 190 Neonazis zählte. Allerdings verlören Demonstrationen für die Rechten generell an Bedeutung.

„Der Veranstaltungstyp des Gedenk- oder Trauermarsches ist überholt in der rechten Szene“, sagt Gewerkschaftssekretär Steffen Holz vom DGB, der die Gegenproteste in Bad Nenndorf mitorganisiert. Führende Köpfe seien nicht mehr dabei. Stattdessen entwickelten die Rechten sogenannte Kümmerer-
Aktivitäten, bei denen sie sich in Kommunen etwa für soziale Belange oder Kinder einsetzten. Dies werde vor allem in Ostdeutschland beobachtet. Als neuen Anknüpfungspunkt zur normalen Bevölkerung nutzten die Rechten die Sorge vor einer angeblichen Islamisierung durch Flüchtlinge.

Die Schwerpunkte rechtsextremer Aktivitäten in Niedersachsen seien nach wie vor der Harz, die Lüneburger Heide, das Schaumburger Land und Wilhelmshaven, sagt Pastor Wilfried Manneke vom „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“.

Von Michael Evers

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