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Hat Algerier versucht, Studentin zu vergewaltigen?

Prozess am Landgericht Hanover Hat Algerier versucht, Studentin zu vergewaltigen?

Vor dem Landgericht Hannover muss sich seit Dienstag ein 37-jähriger Flüchtling wegen einer versuchten brutalen Vergewaltigung einer hannoverschen Studentin verantworten. Er bestreitet die Tat. In den nächsten Verhandlungstagen soll allerdings noch eine weitere versuchte Vergewaltigung zur Sprache kommen. 

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Die Strafkammer hat fünf weitere Verhandlungstage angesetzt. Am 14. März könnte das Urteil gesprochen werden.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Die Richter hatten versucht, der 25-Jährigen die Aussage mit allen schrecklichen Details zu ersparen – doch der Angeklagte gab sich überrascht. „Sind Sie ganz sicher, dass ich der Täter bin?“, fragte er die junge Frau mithilfe eines Dolmetschers. Die hatte den Richtern und Schöffen der 1. Großen Strafkammer gerade in allen Einzelheiten geschildert, wie sie am frühen Morgen des 30. August an der Bahnhofstraße in Hameln vergewaltigt worden sei. Sie schaute Redha M. an und sagte nur: „Ja.“

Der Vater einer 14 Monate alten Tochter lebt als Flüchtling in der Gemeinde Emmerthal, sitzt aber seit dem Spätsommer in Untersuchungshaft. Er bestreitet, die Studentin in einen dunklen Durchgang gezerrt, sie brutal geschlagen und sexuell genötigt zu haben: „Ich habe damit nichts zu tun.“ Der Vorsitzende Richter Stefan Lücke will von ihm wissen, wie sein Blut an eine Hauswand am Tatort gekommen ist und wie seine Hautschuppen in den Körper des Opfers. Der Nordafrikaner erklärt daraufhin, er sei von Leuten angegriffen und sein Portemonnaie gestohlen worden. Ihn belastet allerdings sein genetischer Fingerabdruck schwer.

Die 25-Jährige berichtet vor Gericht, dass sie noch heute unter den traumatischen Geschehnissen leide – im Polizeijargon ein „überfallartiges Sexualdelikt“. Bis heute führe sie Gespräche mit einer Psychologin, habe Albträume und Ängste. Sie wisse noch sehr genau, wie der Täter sie packte und sagte: „Ich brauche jetzt Sex.“ Sie erinnere sich, wie der Mann sie gegen eine Hauswand drückte, sie zu Boden warf, sich auf sie drückte und ihren Kopf heftig auf den Betonboden schlug. Mit der Hand habe ihr der Täter Mund und Nase zugehalten. „Ich bekam keine Luft mehr, hatte Atemnot.“ Als sie um Hilfe rief, habe ihr der Täter mit der Faust ins Gesicht geschlagen. „Der Mann hat mich auch gebissen – in die Unterlippe.“

Sie habe versucht, den Vergewaltiger mit Pfefferspray abzuwehren. Aber der Mann sei stärker gewesen, habe ihr die kleine Dose entrissen und ihr das Spray ins Gesicht gesprüht. „Als ich nach meiner Flucht am Bahnhof in einen Spiegel sah, habe ich mich nicht mehr erkannt.“ Die Frau sagte aus, sie habe während der Tat gehört, wie er „inschallah“ (arabisch für so Gott will) rief und Selbstgespräche führte. „Hatten Sie Todesangst?“, fragt Oberstaatsanwältin Daniela Hermann. „Ja, am Ende hatte ich Angst, zu sterben“, antwortet die Frau. Nahezu unbekleidet konnte die junge Frau entkommen und zum Hamelner Bahnhof laufen. Sie hatte geschrien – Passanten eilten ihr zur Hilfe und beendeten das Martyrium.

Redha M. wird auch eine versuchte Vergewaltigung am 24. Juli im Hamelner Bürgergarten zur Last gelegt. Da soll er eine 48-Jährige an die Brust gefasst haben. „Ich wollte meinen Spaß“, sagte er am Dienstag. „Ich habe gespürt, dass sie ängstlich ist“, sagt er. „Vermutlich, weil sie gemerkt hat, dass ich Alkohol getrunken habe.“ Er habe Sex mit der Frau haben wollen. Passiert sei aber nichts. Gewalt will er nicht ausgeübt haben. Anderthalb Stunden nach der Tat habe Redha M. 1,45 Promille im Blut gehabt, berichtet Oberstaatsanwältin Hermann. Anderslautende Aussagen, die er bei der Polizei gemacht hat, erklärt er so: „Vielleicht Missverständnisse. Da war damals ein Dolmetscher aus dem Irak. Der hat nicht alles richtig verstanden.“

Die Strafkammer hat fünf weitere Verhandlungstage angesetzt. Am 14. März könnte das Urteil gesprochen werden.

Von Ulrich Bergmann

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