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Der Norden Alle Mann zum Papst
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00:20 22.09.2014
22 Busse, 1000 Proviantbeutel: Abfahrt ist am Flughafen. Quelle: Gossmann
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Hildesheim

Als Schulleiter Benno Haunhorst vor dem Verein ehemaliger Josephiner ankündigte, die ganze Schule werde zum Jubiläum nach Rom pilgern, schauten die „Alten Herren“ verblüfft drein: „So etwas wäre zu unserer Zeit nicht möglich gewesen“, erinnerte man sich. Auch heute liegt ein Marathonprogramm hinter den Organisatoren – vor ihnen aber liegt die Ewige Stadt, zu der sie seit gestern Mittag unterwegs sind.

Es gibt nur einen Ort in Hildesheim, an dem 22 Busse auffahren können: der Flugplatz. Und dort versammelten sich gestern die Busse, die ein Spezialunternehmen aus Vechta gestellt hat. Um diese herum wuselten tausend Schüler und Lehrer sowie einige Begleiter. Alle in Blau gekleidet, denn Polohemden und Shirts in den Schulfarben gehören einfach dazu – zum Teil gesponsert von den Ehemaligen.

Domdechant Hans-Georg Koitz verabschiedete die Pilger und spendete ihnen den traditionellen Reisesegen für eine gute Fahrt in Richtung Rom, eine letzte Umarmung von Eltern, Geschwistern oder Freunden – dann ging es los in die Hauptstadt der katholischen Christenheit, in der die Gruppe am heutigen Sonnabend um die Mittagszeit ankommen soll. Eine Woche lang ist die Schule dann verwaist oder vielmehr: Sie gehört ganz den Fünftklässlern. Denn deren Mitfahrt konnte aus organisatorischen Gründen nicht mehr eingeplant werden.

Die Reise nach Rom ist eine Pilgerfahrt, und so steht die Messe im Petersdom mit dem deutschen Kardinal Kasper am Montag im Mittelpunkt der Fahrt. Dazu hat sich eigens ein 90 Mitglieder starker Schüler-Lehrer-Chor gebildet und viel geübt. Am Mittwoch werden die Josephiner an der Generalaudienz mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz teilnehmen.

Die Schüler sind für eine Woche in einem Feriencamp vor den Toren Roms untergebracht und unternehmen von dort aus Ausflüge und Exkursionen nach Rom und in die Umgebung. Geführt werden sie dabei von ehemaligen Josephinern, die sich in Rom gut auskennen und sich dazu spontan bereiterklärt haben.

Anlass der Reise ist das 1200-jährige Bestehen des Bischöflichen Gymnasiums Josephinum, das auf die im Jahr 815 gegründete Domschule zurückgeht. Das Josephinum dürfte damit die älteste ununterbrochen bestehende Schule der Welt sein.
Vor dem Reiseantritt haben Helfer mehr als tausend Stoffbeutel gepackt. Sie enthalten Proviant für die Fahrt, außerdem „ein paar kleine Überraschungen“, sagt der Schulleiter. Keine Überraschung ist die Rückfahrt: Genau eine Woche nach der Abreise wollen die Josephiner wieder in der Heimat eintreffen. Der heilige Hildesheimer Bischof Bernward, auf dessen Reiseroute die Pilger weitgehend unterwegs sind, dürfte es nicht ganz so schnell geschafft haben: Er war noch zu Pferd unterwegs.

Peter Hartmann

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