Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Angeblicher Entführungsfall war nur inszeniert
Nachrichten Der Norden Angeblicher Entführungsfall war nur inszeniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 25.11.2016
Zahlreiche Einsatzkräfte hatten am Donnerstag nach Spuren der vermeintlichen Entführung gesucht. Quelle: dpa
Anzeige
Celle

Die junge Frau hatte sich während ihrer Vernehmung zunehmend in Widersprüche verwickelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Celle am Freitag mit. Die 18-Jährige habe eingeräumt, am Dienstagabend freiwillig in das Auto von Bekannten eingestiegen zu sein und mit diesen die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verbracht zu haben. Die Frau war am Mittwoch gefesselt auf die Landstraße im Celler Ortsteil Boye gelaufen. 

Wie sie jetzt gegenüber den Ermittlern einräumte, hatte sich die 18-Jährige dort zuvor von ihren Bekannten gefesselt absetzen lassen. Nach einem Medienbericht soll die junge Frau selbst die Polizei angerufen haben. Man habe sie in den Kofferraum eines grünen Wagens aus Hannover gesperrt, behauptete sie demnach. Die Polizei wollte das am Freitag nicht kommentieren. In jedem Fall wird gegen die 18-Jährige aus dem nur wenige Kilometer entfernten Hambühren wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

Als Grund für die Inszenierung gab sie "kriminelle Machenschaften" an, in die sie verwickelt sein will. Damit sind jedoch nicht jene 150 Straftaten gemeint, für die Hambührener Bürger die 18-Jährige bei der Polizei angezeigt haben, wie der Celler Polizeisprecher Thorsten Wallheinke der HAZ sagte. "Wir versuchen, auch das aufzuklären." Nähere Angaben machten Polizei und Staatsanwaltschaft darüber hinaus aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Zur Galerie
Eine an den Händen gefesselte junge Frau ist im Celler Ortsteil Boye entdeckt worden.

Gegen die junge Frau aus Hambühren wird in einer Vielzahl von Fällen etwa wegen Sachbeschädigung an Autos und mehreren Brandstiftungen ermittelt. Insgesamt soll sie rund 150 Straftaten begangen und so den ganzen Ort gegen sich aufgebracht haben. Vor diesem Hintergrund war am Donnerstag spekuliert worden, dass die 18-Jährige möglicherweise Opfer von Selbstjustiz geworden sein könnte.

Zu Jahresbeginn soll die damals noch 17-Jährige mit den Straftaten begonnen haben. Sogar eine „Bürgerpatrouille" wurde in Hambühren vorübergehend ins Leben gerufen, um mit Streifengängen weiteren möglichen Taten vorzubeugen. Erst in der vergangenen Woche sollen in dem Ort wieder Autos zerkratzt worden sein. In zwölf Fällen von Dezember 2015 bis Mai 2016 hat die Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage erhoben. Ein Prozess vor dem Amtsgericht Celle ist für den 8. Dezember terminiert, wie Amtsgerichtdirektor Dieter-Philipp Klass bestätigte.

Viel zu spät, wie viele Hambührener finden. Sie werfen der zuständigen Richterin am Amtsgericht vor, nicht entschieden genug gegen die junge Frau eingeschritten zu sein. Amtsgerichtsdirektor Klass wies den Vorwurf zurück. „Die Richterin hat zügig gearbeitet“, sagte er. Schneller sei es aufgrund der Vorschriften und Fristen nicht möglich gewesen.

Auch der Versuch des Landkreises Celle, die 18-Jährige in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen, scheiterte nach Informationen der HAZ. Das Betreuungsgericht am Amtsgericht Celle soll am Freitag einen entsprechenden Antrag zurückgewiesen haben. Der Landkreis wollte sie mit der Begründung einweisen lassen, das Verhalten der jungen Frau stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit und auch für sich selbst dar. Weder das Amtsgericht noch der Landkreis Celle konnten sich am Freitag dazu äußern. 

Von Karl Doeleke und Frerk Schenker

Bisher war es nur ein Verdacht, jetzt ist sich der Wahlleiter sicher: Die Briefwahl in Quakenbrück wurde manipuliert und soll darum wiederholt werden. In der Stadt im Kreis Osnabrück hatte die Linke auffällig viele Briefwahlstimmen erhalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Karl Doeleke 28.11.2016

Spürhund Spike hat Drogenschmugglern die Tour vermiest. Zollfahnder haben in einem Gewerbegebiet in Bad Bentheim bei einer Fahrzeugkontrolle 4,4 Kilogramm Kokain im Wert von rund 320.000 Euro sichergestellt.

25.11.2016

Bei einem Unfall mit einem Schulbus sind im Landkreis Oldenburg sind sechs Schüler und der Fahrer verletzt worden. Der Bus war in den Gegenverkehr gelangt und mit einem Sattelschlepper frontal zusammengestoßen.

25.11.2016
Anzeige