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Angeklagter im Hungertod-Prozess voll schuldfähig

Verden Angeklagter im Hungertod-Prozess voll schuldfähig

Vor den Augen ihres Mannes und ihrer Tochter soll eine 49-Jährige verdurstet und verhungert sein. Wieso unternahmen diese nichts? Psychiatrische Gutachten gaben jetzt Einblicke in das Seelenleben der beiden Angeklagten.

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Der Angeklagte wurde zu Prozessbeginn mit Fußfesseln in den Saal geführt.

Quelle: Carmen Jaspersen

Verden. Im Prozess um den qualvollen Hungertod einer 49-Jährigen halten Gutachter den angeklagten Ehemann und die Tochter für voll schuldfähig. Bei beiden konnten die Psychiater keine psychische Störung feststellen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts in Verden am Mittwoch. Der 50-Jährige und seine 18 Jahre alte Tochter sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt, weil sie die hilflose 49-Jährige nicht ausreichend mit Essen und Trinken versorgt haben sollen.

Die beiden Angeklagten weisen die Mordvorwürfe zurück. Beide sprachen vor Gericht von einem zerrütteten Familienleben und wollen den dramatischen Zustand der 49-Jährigen nicht bemerkt haben. Die alkoholkranke Frau hatte sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Ende Januar bei einem Sturz in der Wohnung der Familie in Thedinghausen die Hüfte gebrochen. Wochenlang soll sie mit Schmerzen auf dem Sofa im Wohnzimmer gelegen haben und langsam verhungert und verdurstet sein. Der 50-Jährige hatte vor Gericht ausgesagt, in den Monaten vor dem Tod seiner Frau viel Alkohol getrunken zu haben. Eine Abhängigkeit habe aber nicht vorgelegen, sagte der Gutachter.

Als wortkarg und verschlossen beschrieb er den Angeklagten. Dieser sei zeitweise auch resigniert und deprimiert gewesen, aber nicht in krankhafter Weise. Die Gutachterin sprach von einer emotionalen Verwahrlosung der Tochter in Bezug auf die Mutter. Sie habe unter deren Alkoholsucht sehr gelitten und den Kontakt zu ihr gemieden. Sie habe sich für die Versorgung der Mutter nicht verantwortlich gefühlt. Nach der Untersuchung der Rechtsmediziner war die 49-Jährige im März verhungert, verdurstet und an grober Vernachlässigung gestorben. Die Verteidigung hält jedoch auch einen langjährigen Vitamin B-Mangel, ausgelöst von der Alkoholsucht, als Todesursache für möglich. Die Anwälte forderten, dazu weitere Gutachten einzuholen. Wann Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers in dem Prozess halten werden, ist noch offen.

dpa

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