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Angeklagter schweigt zum Mord im Klosterwald

Prozess Angeklagter schweigt zum Mord im Klosterwald

Im September 2015 ist die damals 23-jährige Judith T. im Klosterforst vergewaltigt und ermordet worden. Vor dem Landgericht muss sich nun ein Freigänger aus dem Maßregelvollzug des Ortes verantworten.

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„Ein Psychopath und Sadist“: Jörg N. ist wegen Mordes angeklagt.Foto: dpa

Quelle: Julian Stratenschulte

Verden. Mit gesenktem Kopf schlurft Jörg N. in den Gerichtssaal. Bei jedem Schritt klappert es, weil seine Beine gefesselt sind. Als er die Fotografen und Kamerateams vor der Anklagebank erblickt, hält er sich mit einer unbeholfenen Geste eine Hand vor die Augen.

Das öffentliche Interesse ist groß. N. soll im September 2015 die damals 23-jährige Judith T. vergewaltigt und ermordet haben. Und dass, obwohl er bereits 2012 in Aurich wegen Vergewaltigung zu fast fünf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden war. Aufgrund seiner Alkoholsucht wurde der ehemalige Landschaftsgärtner und Gerüstbauer zur Therapie in den Maßregelvollzug in ein Krankenhaus in Rehburg-Loccum verlegt - und erhielt dort Freigang.

Den nutzte er dazu, die Tat zu begehen. Opfer und Täter trafen auf einem Pilgerweg im Klosterwald aufeinander. Dort soll der 48-Jährige die Frau überfallartig gepackt und zu Boden geworfen haben. Anschließend, so steht es in der Anklageschrift, würgte er sein Opfer, um sich an der Panikreaktion sexuell zu stimulieren. Die Frau erstickte. Ob sie vor oder nach ihrem Tod vergewaltigt worden sei, lasse sich aufgrund des Verwesungszustandes der Leiche nicht mehr klären. Der leblose Körper war erst mehr als eine Woche nach der Tat gefunden worden. Staatsanwältin Annette Marquardt betont, dass N. als gefährlich einzustufen sei. „Er ist ein Psychopath und Sadist, der sich auf das Würgen seiner Opfer bis zur Bewusstlosigkeit spezialisiert hat.“

Der Angeklagte selbst lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er zur Aufklärung des Falls nichts beitragen wird. Er wolle nicht aussagen, teilt er über seinen Verteidiger mit. Der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk fragt weiter nach, ob N. einem Gespräch mit einem Psychologen zustimmen würde. Antwort: „Nein.“ Und so scheint der 48-Jährige erleichtert zu sein, als er nach etwa 20 Minuten wieder an Händen und Füßen gefesselt wird und den Weg zurück ins Gefängnis in Sehnde antritt. Ein Urteil wird etwa für Ende Januar erwartet.

Der Mord im Klosterwald hatte auch eine politische Diskussion ausgelöst. Die CDU im Landtag forderte, die Regeln für Lockerungen im Maßregelvollzug zu überarbeiten. Innenminister Boris Pistorius musste zudem Ermittlungsfehler bei der Polizei einräumen, „für die man sich nur entschuldigen kann“. Eine DNA-Spur auf einem Fundstück wurde zu spät ausgewertet.

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