Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Angler beklagen zunehmende Wilderei
Nachrichten Der Norden Angler beklagen zunehmende Wilderei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:52 13.09.2015
Immer öfter ohne Angelschein: Im südlichen Niedersachsen werden Teiche schon seit Jahren immer wieder leergefischt.  Quelle: Julian Stratenschulte
Anzeige
Hannover

Die Fischwilderei in Niedersachsen hat nach Angaben des Landessportfischerverbandes stark zugenommen. Mit Angeln, Reusen, Schnüren und Netzen werde „alles gewildert, was Flossen hat“, sagt Verbandsvizepräsident Heinz Pyka. Beliebt bei den illegalen Fischern seien besonders Aal und Zander, aber auch Weißfisch und Forelle. Erst vor wenigen Tagen wurde in der Nähe von Rotenburg ein 74-jähriger Fischwilderer auf frischer Tat ertappt.

Fischteiche, vor allem im südlichen Niedersachsen, werden seit Jahren immer wieder leergefischt. Die Polizei registrierte etliche Taten, bei denen jeweils Hunderte von Forellen verschwanden. Gelegentlich, wie zuletzt bei Hardegsen im Kreis Northeim, hatten die Täter es auch auf Karpfen abgesehen. Dass Fischwilderer an Fließgewässern aktiv werden, sei dagegen ein neueres Phänomen, sagt Pyka. „Das hat zugenommen.“

Betroffen seien zum Beispiel Leine und Aller, aber auch die Elbe. Illegale Angler und Fischer seien allerdings auch an vielen Seen oder am Mittellandkanal aktiv, sagt Pyka. Obwohl Fischwilderei ein Straftatbestand sei, der mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann, hätten viele Täter kaum Unrechtsbewusstsein.

Aus der Elbe bei Stade zum Beispiel wurden im Frühjahr fünf Doppelreusen gestohlen, die ein Berufsfischer ausgelegt hatte. Im Juli fischten Unbekannte ebenfalls in der Elbe bei Marschacht (Kreis Harburg) mit einem verbotenen Schleppnetz. „Wir holen immer wieder illegal ausgelegte Netze und Reusen aus den Gewässern“, sagt Pyka. Die Reusen seien meist so angebracht, dass man sie nur vom Boot aus entdecken könne. Ein besonderes Problem: „In den illegalen Reusen bleiben die Fische oft tagelang drin. Und wenn wir sie dann finden, sind sie tot“, sagt der Fischer-Funktionär.

Sorgen bereitet dem Verband auch das illegale Auslegen von Angelschnüren. „Darin verfangen sich häufig auch Wasservögel“, sagt Pyka. Für die Tiere bedeute das oft einen qualvollen Tod. Viele Wilderer sind aber auch einfach nur mit der Angel unterwegs - so wie einige Männer, die jüngst bei Wiedelah nahe Goslar gefasst wurden. Auf der Flucht ließen sie ihre teure Ausrüstung zurück. Im Kreis Cuxhaven erwischte die Polizei im August innerhalb von drei Tagen gleich mehrere Schwarz-Angler.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Der Norden Verteilung der Flüchtlinge in Oerbke - Drehkreuz in Niedersachsen noch nicht in Betrieb

Über den Beginn der Verteilung von Flüchtlingen über das geplante Drehkreuz für Norddeutschland in der Lüneburger Heide ist noch nicht entschieden. Am Sonntag und Montag sollen noch keine Flüchtlinge in andere Bundesländer weiterreisen, teilte am Sonntag das Innenministerium in Hannover mit.

13.09.2015
Der Norden Niedersachsens Trachten - Der Look? Typisch Schaumburg

„Nach Neuem Trachten“ heißt das Projekt, für das angehende Modedesigner der Fachhochschule Hannover im vergangenen Jahr Schaumburger Trachten in Haute Couture verwandelten.  Die Idee dahinter: Bediene dich an Tradition, um Innovation zu schaffen.

16.09.2015

Ein Toter ist von Passanten in einem leerstehenden, ehemaligen Klinikum in Gifhorn entdeckt worden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, handelt es sich nach ersten Ermittlungen um einen 57 Jahre alten Mann ohne festen Wohnsitz.

12.09.2015
Anzeige