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Angler sind empört über mögliche Fischereiverbote

Debatte im Landtag Angler sind empört über mögliche Fischereiverbote

In der Debatte um die Zukunft der Flussfischerei hat Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Freitag im Landtag Entwarnung gegeben - Angelverbote werde es nur in Ausnahmen geben.

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Eine Richtlinie der EU könnte das Hobby vieler Niedersächsischer Angler bedrohen.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. „Ich gehe davon aus, dass das wenn, dann nur in kleinen Ausnahmen der Fall sein wird. In der Regel wird das definitiv nicht der Fall sein“, sagte der Minister zu möglichen Angelverboten. FDP und CDU hatten ihn zuvor aufgefordert, eine Musterverordnung wieder zurückzunehmen. „Was Sie machen, Herr Minister, ist für uns Angler ein Tritt in den Hintern“, sagte der umweltpolitische Sprecher der FDP, Gero Hocker.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Marcus Bosse hatte sich am Freitag sogar noch weiter aus dem Fenster gelehnt: „Es wird keine Angelverbote geben“, sagte er im Zuge der Debatte. Der Umweltminister wollte diese Aussage auf Nachfrage aus der CDU-Fraktion so aber nicht bestätigen.

Hintergrund des Streits ist die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union (FFH-Richtlinie). Die Richtlinie soll ein ganzes Netz von Naturschutzgebieten in Europa schaffen - „Natura 2000“ genannt. Was idyllisch klingt, ist für Angler in Niedersachsen zum Reizwort geworden. Als im Sommer zur Erfüllung der FFH-Richtlinie eine neue Regelung verbreitet wurde, sahen sie ihr Hobby bedroht. Sie befürchten, dass mit den neuen Bestimmungen das Angeln an Flüssen in weiten Teilen des Landes unmöglich werden könnte.

Die Zuständigkeit für das Thema Angelverbot liegt bei den Landkreisen. Diese haben eine Musterverordnung vom Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und dem Niedersächsischen Landkreistag bekommen. Und die gibt Regeln für Naturschutzgebiete vor. Da es sich aber um ein Muster handelt, können die unteren Naturschutzbehörden in Händen der Landkreise einzelne Punkte verhandeln. Zum Beispiel die Frage, ob das Nachtangeln oder das Anfüttern von Fischen künftig noch erlaubt sein werden. Umweltminister Wenzel sagte dazu: „Ich habe 20 Jahre kommunale Erfahrung, und ich habe großes Vertrauen darin, dass unsere Kommunen diese Arbeit anständig erledigen und dabei alle Betroffenen, jeden, der sich dazu einbringen will, auch hören und die Argumente sorgfältig abwägen.“

Wenzel bezeichnete Angler am Freitag als die „besten Bündnispartner, wenn es um Naturschutz geht“. Eine einseitige Liebesbekundung. Die Angler sind weiterhin skeptisch. Zwar habe sich mittlerweile gezeigt, dass die Landkreise für die Kritik der Angler sensibilisiert seien, sagte Heinz Pyka, Vize-Präsident des Anglerverbands Niedersachsen der HAZ. „Wir sind aber nach wie vor der Meinung, dass das Papier vom Tisch muss.“ Das Land solle gemeinsam mit den Anglern eine neue Vorlage für die Kreise erarbeiten.

Das Land steht unter Zeitdruck. Die EU drängt auf die zeitnahe Ausweisung umfangreicher Schutzmaßnahmen. Sonst drohen Geldstrafen.

Von Celia Borm und Heiko Randermann

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Niedersachsen in Zahlen
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  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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