10°/ 2° stark bewölkt

Navigation:
Hinweis nicht mehr anzeigen
Antifa besetzt ehemalige Herderschule in Bückeburg
Mehr aus Der Norden

Bückeburg Antifa besetzt ehemalige Herderschule in Bückeburg

Ein Trakt der ehemaligen Herderschule in Bückeburg ist in der Nacht zum Donnerstag besetzt worden. Mitglieder und Sympathisanten eines Arbeitskreises des Antifa-Infoportal Weser/Deister/Leine drangen in das leer stehende Gebäude ein und besetzten beide Stockwerke des westlichen Traktes der Schule.

Voriger Artikel
Portrait einer Schönheitskönigin
Nächster Artikel
Herrenloser Koffer in Regionalzug löst Großeinsatz aus
Quelle: SN

Bückeburg. Die Besetzer fordern ein alternatives Jugendzentrum, um nach eigenen Angaben auch einen Raum zu schaffen, in den sich von Nazigewalt Betroffene zurückziehen können.

Die Polizei zog im Verlauf des Donnerstags starke Polizeikräfte rund um das Gebäude zusammen. Sympathisanten versammelten sich auf dem angrenzenden Neumarktplatz, um ihre Solidarität zu bekunden. Auch ein Wagen mit Personen, die der Neonazi-Szene zugerechnet werden, fuhr über den Platz und filmte das Geschehen.

Die Polizei hatte zunächst Schwierigkeiten in den Trakt vorzudringen, da dieser nach unbestätigten Angaben verbarrikadiert sein soll. Auch einen Ansprechpartner bei den Besetzern zu finden, gestaltete sich schwierig. Besorgte – und überraschte – Eltern, die sich vor dem Gebäude versammelten, nahmen Kontakt mit ihren Sprösslingen im Gebäude auf, und der Landkreis Schaumburg als Hausherr und Eigentümer des Gebäudes schickte Mitarbeiter vor Ort. Der Pressesprecher des Landkreises, Klaus Heimann, sagte mittags, dass die Besetzung des Gebäudes nicht hingenommen wird und notfalls geräumt werde müsse, wenn die Besetzer nicht freiwillig gehen würden. Am Nachmittag kristallisierte sich heraus, dass der Landkreis den Besetzern ein Ultimatum eingeräumt hat, das am Freitagmorgen um 10 Uhr ausläuft. Dann soll geräumt werden.

Wie der Arbeitskreis der Antifa in einer Pressemitteilung, die am Donnerstagmorgen verbreitet wurde, schreibt, handle es sich um eine Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Bückeburg und Umgebung, die sich zusammengefunden haben, um in Bückeburg ein alternatives Jugendzentrum aufzubauen. Es gebe eine Vielzahl von Aspekten, die sie zu diesem Schritt veranlasst hätten. Sie wollten ein selbst verwaltetes Zemtrum Bückeburg schaffen, in dem es der Bückeburger Jugend möglich sei, sich frei zu entfalten, politisch weiterzubilden und die Freizeit selbst zu gestalten. Das Zentrum solle für alle Interessierten zugänglich sein: „Jedoch distanzieren wir uns von rechtem Gedankengut und lehnen jegliche Ausgrenzungsmechanismen ab.“ Zwar gebe es in Bückeburg bereits ein städtisches Jugendzentrum, was für sie aber keine Alternative sei. Werfe man einen Blick in das Programm des Jugendzentrums, so falle auf, dass es kaum Angebote für ältere Jugendliche gibt. Das Jugendzentrum biete hauptsächlich Aktivitäten für Kinder an: „Wir wollen hierzu keine Konkurrenz darstellen, sondern hoffen mit unserem Angebot das Jugendzentrum zu ergänzen.“

Des Weiteren herrsche in Bückeburg die Situation, dass in der Stadt und Region eine äußerst radikale Nazigruppierung aktiv ist: „Hierdurch werden viele Jugendliche beinahe täglich mit rechter Gewalt konfrontiert. Unser Ziel ist es einen Raum zu schaffen, in welchen sich von Nazigewalt Betroffene zurückziehen können.“ Darüber hinaus wolle die Gruppe durch politische Bildungsmöglichkeiten präventiv gegen das Erstärken der Nazigruppe und das Gewinnen neuer Anhänger vorgehen und eine Gegenkultur fördern.

 rc

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Anzeige
So schön ist der Norden

Der Norden Deutschlands bietet so manche Idyll: zwischen Elbe und Weser, Ostsee und Nordsee gibt es eine Vielzahl von schönen Ecken zu entdecken.

Stephan Weil auf Reise
Der Bundesratsvorsitzende und Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil tritt nach einer Audienz in Den Haag aus dem Palast Noordeinde von König der Niederlande Willem Alexander.

Traditionsgemäß besucht der Bundesratspräsident einmal im Jahr die Niederlande. Mit König Willem Alexander sprach Stephan Weil über Energie, demografischen Wandel und Fußball. Zuvor ging es beim Besuch des Parlaments auch um die Europawahl und die Krise in der Ukraine. mehr

Niedersachsen in Zahlen

  • Landeshauptstadt: Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche: 47.634,90 km²
  • Einwohner: 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl: 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl: 2018
  • Wirtschaft: Firmendatenbank
  • Geographie: Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen: Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Hätten Sie die Promis erkannt?

Teil 1: Wie gut kennen Sie sich mit Niedersachsens Promis aus? Raten Sie doch einfach mit.