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Antike Piraten erobern Varusschlacht-Museum

Sonderausstellung Antike Piraten erobern Varusschlacht-Museum

 Schon vor 4000 Jahren gab es Piraten. Das archäologische Museum zur Varusschlacht in Kalkriese greift in diesem Jahr in einer Sonderausstellung die Mittelmeer-Piraterie in der Antike auf und zeigt auch historische Wrackteile.

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Die Piraten kommen: Ins Varusschlacht-Museum nach Kalkriese.

Quelle: dpa (Archiv)

Bramsche. Das Varusschlacht-Museum in Bramsche-Kalkriese beschäftigt sich in diesem Jahr mit Piraten in der Antike auf dem Mittelmeer. Die Sonderausstellung „Gefahr auf See - Piraten in der Antike“ zeige von April bis Oktober die Geschichte der Piraten von den Anfängen im Jahr 2000 vor Christus bis zum Piratenkrieg des römischen Feldherren Gnaeus Pompeius Magnus etwa 70 vor Christus, sagte am Donnerstag der Geschäftsführer des Museums, Joseph Rottmann, in Kalkriese. Mit 500 Schiffen und 120 000 Soldaten habe dieser mit harter Hand den Handel auf dem Mittelmeer sicher gemacht. Der Seehandel sei für die Entwicklung der antiken Welt wichtig gewesen, und von Beginn an habe der Warenverkehr auch Piraten angezogen.  

Zu sehen seien viele Exponate aus italienischen Museen, die Italien noch nie verlassen hätten, sagte Rottmann, darunter auch Wrackteile: „Es gibt etwa noch 1000 bis 1500 Schiffwracks aus dieser Zeit.“  

Die Ausstellung wolle einen Einblick geben in die Welt der Unterwasserarchäologie, aber auch den Bogen schlagen zu Gegenwart. „Die Piraterie hat auch eine neuzeitliche Dimension, die auch vorgestellt wird“, sagte Rottmann. Dabei gehe es nicht nur um die Piratenbanden vor der Küste Afrikas, die vor einigen Jahren den internationalen Seehandel bedroht haben. Auch ein Thema wie Markenpiraterie werde angesprochen.  

Auch die archäologische Forschung soll in diesem Sommer in Kalkriese fortgesetzt werden. Die Grabungen stünden unter der Leitfrage, inwieweit sich nach der Varusschlacht die germanischen Siedlungen in der Region veränderten, sagte Prof. Salvatore Ortisi von der Universität Osnabrück. 

Nach wie vor sei Kalkriese ein wichtiger Referenzpunkt für Forschungen zu römischen Spuren in Nordwestdeutschland. Das gelte zum Beispiel auch für die Bewertung des jüngsten Fundes eines römischen Marschlagers in Wilkenburg bei Hannover. „Kalkriese schafft den Rahmen, in denen wir auch Wilkenburg einordnen können“, sagte Ortisi. 

Höchstwahrscheinlich sei bei der Varusschlacht 9 nach Christus eine größere Zahl römischer Soldaten in germanische Gefangenschaft geraten und als Sklaven gehalten worden. In den nächsten Jahren solle daher das Augenmerk darauf gerichtet werden, wie sich die germanischen Siedlungen veränderten und auch, wie sich die Sozialstruktur veränderte. Dass einige frühere römische Soldaten auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen heimisch wurden, sei sehr wahrscheinlich. „Das ist natürlich auch Spekulation“, sagte Ortisi.

lni

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