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Der Norden Zahl sexueller Übergriffe in Schwimmbädern steigt
Nachrichten Der Norden Zahl sexueller Übergriffe in Schwimmbädern steigt
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00:15 12.07.2016
Hinweistafeln für alle Badegäste, Schulungen für Schwimmmeister: Etliche Bäder versuchen, sexuelle Belästigungen von vornherein zu unterbinden. Quelle: Lukas Schulze/dpa
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Hannover

Im ersten Halbjahr 2016 sind in Niedersachsen deutlich mehr sexuelle Übergriffe in Schwimmbädern angezeigt worden als in den Vorjahren - das geht aus einer polizeiinternen Auswertung hervor, die das Landeskriminalamt (LKA) aufgrund von Medienanfragen erstellt hat. Ein großer Teil der Tatverdächtigen stammt demnach aus dem arabischen Raum und Afghanistan.

Rund 50 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe mit dem Tatort Schwimmbad sind jeweils in den Jahren 2014 und 2015 eingegangen. Dieses Niveau ist 2016 bereits nach einem halben Jahr nahezu erreicht worden. In den vergangenen Jahren waren die meisten Tatverdächtigen Deutsche. In diesem Jahr sind nichtdeutsche Täter zum ersten Mal in der Mehrheit.

Genaue Zahlen nennt das LKA auf Anfrage nicht und begründet das mit der Unsicherheit der Datenbasis: In der Polizeilichen Kriminalstatistik landen alle Anzeigen - auch diejenigen, die sich im Laufe der Ermittlungen als unbegründet erweisen. Das LKA bezeichnet seine Auswertung daher als „Trendaussage“.

So wurden auch Fälle aufgenommen, bei denen die Polizei selbst Zweifel hat, ob tatsächlich eine Straftat vorliegt, etwa, wenn Frauen beim Duschen beobachtet, Türen von Damenumkleiden aufgerissen oder Kinder von Fremden angesprochen wurden. Bei anderen Taten wie Grapschen oder Exhibitionismus gibt es diese Zweifel nicht. Vergewaltigungen in Schwimmbädern kamen laut Statistik nicht vor.

Die Opfer sind in der Regel weiblich

Die Opfer der Übergriffe waren demnach überwiegend weiblich, meistens deutsch und zwischen drei und 58 Jahre alt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2016 wurden zudem mehrere Vorfälle angezeigt, bei denen sexuelle Übergriffe aus einer Gruppe heraus erfolgt sein sollen. Im zweiten Quartal wurde ein solches Delikt gar nicht mehr registriert. „Speziell nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln ist in der Bevölkerung die Sensibilität gestiegen. Das hat sicher das Anzeigeverhalten beeinflusst“, sagt ein LKA-Sprecher.

Nach Einschätzung von Mario Schaeffer, Landesverbandsvorsitzender der Schwimmmeister, waren insbesondere Flüchtlinge aus Afrika für die Übergriffe verantwortlich - die vor allem in Städten vorkämen. So habe in Oldenburg zweimal eine Gruppe junger Männer versucht, Mädchen und Frauen unsittlich anzufassen. Daraufhin sei ein privater Sicherheitsdienst eingestellt worden, sagt Schaeffer. „Seitdem ist es ruhig.“

Der Schwimmmeister-Verband habe bereits eine Fortbildung zu dem Thema angeboten, berichtet Vize-Verbandschefin Sabine Schulz. An ihrem Arbeitsplatz in Achim (Kreis Verden) habe es noch keine solchen Vorfälle gegeben. Bedauerlich sei, dass die Kommunen weiter Personal in den Schwimmbädern abbauten. Videoüberwachung sei in Bädern nur eingeschränkt möglich: „Da gibt es zu Recht strenge Vorschriften.“

Von Gabriele Schulte und Heiko Randermann

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