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Bagger behindern Strandvergnügen auf Spiekeroog

Hochwasserschutz Bagger behindern Strandvergnügen auf Spiekeroog

Urlauber auf Spiekeroog müssen mitten in der Hochsaison Geduld mitbringen: Ein Teil des Strandes ist gesperrt, am Zeltplatz sind auch nachts die Bagger und Kettenfahrzeuge zu hören. Der Grund: Für die Arbeiten am Hochwasserschutz gibt es nur ein ganz enges Zeitfenster.

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Kein Strandvergnügen: Ein Teil des Strandes von Spiekeroog kann derzeit nicht genutzt werden, die Arbeiten für den Hochwasserschutz haben Vorrang.

Quelle: dpa

Kettenfahrzeuge mit Baggerschaufeln schieben riesige Sandberge vor sich her, Baumaschinen brummen im 24-Stunden-Betrieb, die Vibrationen sind bis in die Zelte spürbar. Der Strand vor dem Zeltplatz der ostfriesischen Insel Spiekeroog hat sich zeitweise in eine Mondlandschaft verwandelt. Dort, wo im Mai noch Kinder am Ufer spielen, ist jetzt Zutritt verboten. Für die Erhöhung des Strandes und die Verstärkung der Dünen werden 80.000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Die Urlauber tragen es mit Fassung: «Watt mutt dat mutt. Hauptsache, der Zeltplatz und die Insel sind gesichert», lauten die Kommentare.

Dringend notwendige Arbeiten am Hochwasserschutz behindern mitten in der Hochsaison das Strandvergnügen der Urlauber. Teile des Strandes sind gesperrt, mit Lärmbelästigungen ist zu rechnen.

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Schuld an der größten Baustelle der 800 Einwohner-Insel sind auch die vergangenen Winter. Sturmfluten nagen immer wieder an Spiekeroogs Westseite und trugen zuletzt einen 400 Meter langen Uferstreifen ab. Auch große Stücke der Schutzdünen wurden zerstört. Diese sollen eigentlich den idyllisch gelegenen Zeltplatz und den Südwesten der Insel vor Sturmflut bewahren. Erst vor drei Jahren wurden sie verstärkt, doch das hat den ständigen Zugriff der Wellen nicht stoppen können.

«Dünenbreite und Strandhöhe reichen nicht aus, um im nächsten Winterhalbjahr bei Sturmfluten einen Durchbruch zu verhindern», sagt Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Seit Ende Mai werden daher die Schutzdünen verbreitert und der Strand erhöht, um den Deichfuß zu stützen. Da nicht genug Sand zur Verfügung steht, kommt ein Baggerschiff zum Einsatz. Bei jeder Fahrt saugt es vor der Insel bis zu 7000 Kubikmeter Sand auf. Danach entleert es seine Tanks über eine Pipeline, die das Baumaterial aus dem Meer zur Baustelle an Land spült.

In der heißen Bauphase rumpeln die Planierraupen sogar rund um die Uhr über die Dünen direkt hinter dem Zeltplatz. «Das ist schon ok, es gibt ja keine andere Wahl», sagt Carsten Hindenburg aus der Schweiz, während er gerade das Mittagessen auf dem Campingkocher zubereitet. Er hätte es aber lieber gesehen, wenn die Bauarbeiten nachts ausgesetzt hätten und stattdessen die Bauphase insgesamt länger geplant worden wäre.

Die Küstenschützer haben jedoch nur enge Zeitfenster im Sommer, um nach der Sturmflutsaison im Winter die Schäden zu reparieren. Von der Planungsphase, der Bewilligung der Gelder sowie der Auftragsvergabe vergeht einige Zeit. Und spätestens zu den Herbstürmen müssen die Strände und Dünen wieder sicher sein.
Gut eine Million Euro werden auf Spiekeroog verbuddelt, danach geht es auch im XXL-Format auf der Nachbarinsel Langeoog weiter. Dort wird der Strand bis September mit 600 000 Kubikmetern verstärkt, um das Pirolatal und damit den Ort Langeoog und die Trinkwasserversorgung der Insel zu sichern.

«Das ist die größte Strandaufspülung als Küstenschutzmaßnahme auf den ostfriesischen Inseln in den vergangenen Jahren», sagt Thorenz. Langeoog wird als einzige dieser Inseln seeseitig nur durch Dünen und nicht durch massive Befestigungen und Buhnen geschützt wird. Die Gesamtkosten von sechs Millionen Euro tragen Bund und Länder.
lni

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