Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Afghane soll Lehrer in Celle erschlagen haben
Nachrichten Der Norden Afghane soll Lehrer in Celle erschlagen haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 24.03.2016
Von Gabriele Schulte
Anfang Februar untersuchten Ermittler die Umgebung des Hauses, in dem Mehdi H. erschlagen aufgefunden worden war, und sperrten den Tatort ab. Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv
Anzeige
Celle

Am Montag sagten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft auf Nachfrage: „Es handelt sich um einen Mann mit afghanischer Herkunft und Staatsbürgerschaft.“ Der mutmaßliche Täter und sein Opfer hätten sich in der Flüchtlingsunterkunft in Celle-Scheuen kennengelernt, wo sich der gebürtige Iraner Mehdi H. ehrenamtlich als Dolmetscher engagierte. Das genaue Motiv des Afghanen sei noch unklar, es handele sich wohl um „eine Beziehungstat“.

Zur Galerie
Ein Lehrer ist vermutlich in seinem Haus in Celle erschlagen worden.

In der Nacht auf den 9. Februar war der beliebte Pädagoge Mehdi H., der an der IGS Celle Mathematik, Physik und Chemie unterrichtete, in seinem erst kürzlich bezogenen Haus im Stadtteil Klein Hehlen erschlagen worden - nach den Erkenntnissen der Ermittler „in Tötungsabsicht“. Nach wochenlangen Befragungen von mehr als 100 Zeugen nahm die Polizei am vergangenen Mittwoch den 58-jährigen Afghanen fest, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Er gestand, bei einem Besuch in Klein-Hehlen nach einem Streit im Keller mit einem Stein und mit einer Metallschiene auf Mehdi H. eingeschlagen zu haben. Die Schläge gegen Kopf, Hals und Brust waren tödlich.

Ein Richter erließ gegen den 58-Jährigen Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag. Der Mann hatte gesagt, er habe „aus Abneigung gegen das Opfer“ zugeschlagen. Der Verdächtige soll verheiratet und Vater von sechs Kindern sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war er im Dezember vergangenen Jahres als Geflüchteter in der Notunterkunft der Malteser auf einem ehemaligen Kasernengelände in Celle-Scheuen aufgenommen worden. Seit Januar habe er nicht mehr in dem Aufnahmelager, sondern anderswo in Celle gelebt.

Von Mehdi H. hieß es nach Bekanntwerden der Tat, der Lehrer habe zeitweise Flüchtlinge bei sich wohnen lassen. Nachbarn des Opfers erzählten, der allein lebende Pädagoge habe sich häufig gleich nach der Schule zur Flüchtlingsunterkunft aufgemacht, um dort ehrenamtlich zu dolmetschen. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten zwar am Montag, dass sich Täter und Opfer, wohl im Dezember, in der Unterkunft in Scheuen kennenlernten. Das mutmaßliche Motiv habe aber keinen „Flüchtlingsbezug“. Deshalb habe man die Nationalität des Verhafteten zunächst nicht genannt. Was mit der vermuteten „Beziehungstat“ gemeint ist, könne nach weiteren Ermittlungen voraussichtlich in der kommenden Woche näher erläutert werden. Der Tod des Oberschullehrers hatte in Celle tiefe Bestürzung ausgelöst. Kollegen hatten sich Sorgen gemacht, nachdem der Pädagoge nicht in der Schule erschienen war und nicht ans Telefon ging. Ein Kollege öffnete schließlich mit einem Ersatzschlüssel der Nachbarn die Haustür und fand den Erschlagenen. Wie beliebt der gebürtige Iraner in Celle war, zeigte sich unter anderem bei einer Trauerfeier im Vereinsheim eines Sportvereins. Dort kamen Hunderte Weggefährten zusammen, um sich gemeinsam an Mehdi H. zu erinnern.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Offensichtlich glimpflich ist ein Chemieunfall im Hamburger Hafen ausgegangen. In einer Lagerhalle im hafennahen Stadtteil Steinwerder liefen am Montagmorgen rund 1000 Liter Salpetersäure und 500 Liter Schwefelsäure aus, wie die Feuerwehr schilderte.

21.03.2016

Eier gleichen sich wie ein Ei dem anderen? Von wegen. Selbst in der Bio-Haltung gibt es laut Kritikern große Unterschiede. Die Branche will nun auch mehr Transparenz: Verbraucher sollen besser sehen können, woher die Eier stammen.

21.03.2016

Ohne jede Vorwarnung hat ein 72-Jähriger in Emstek (Kreis Cloppenburg) Hunde mit Gas besprüht und den Frauchen Schläge angedroht.

21.03.2016
Anzeige