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Auf belasteten Bohrschlammresten weidete Vieh

Enthülllungen in Ostfriesland Auf belasteten Bohrschlammresten weidete Vieh

Das niedersächsische Umweltministerium will sich jetzt intensiver um giftige Bohrschlammreste kümmern, die sich seit Jahrzehnten unter einer Fläche in Ostfriesland befinden sollen. Dort grasen Kühe und es wird Ackerbau betrieben.

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Bohrschlämme sind Rückstände aus der Erdölförderung oder auch der Gasproduktion, wie sie vor allem im vergangenen Jahrhundert betrieben worden sind.

Quelle: Carmen Jaspersen (Symbolbild)

Wittmund/Ostfriesland. „Es ist natürlich selbstverständlich, dass auf Bohrschlammgruben kein Ackerbau oder Milchviehwirtschaft betrieben werden sollte“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Montagabend, nachdem das NDR-Magazin „Markt“ auf den giftigen Fund aufmerksam gemacht hatte. Ob Sanierungsbedarf bestehe, sei aber noch ungewiss und könne erst nach Abschluss der Prüfungen beantwortet werden, erklärte Wenzel. Unklar ist, ob eine Gesundheitsgefährdung bestehe.

Bohrschlämme sind Rückstände aus der Erdölförderung oder auch der Gasproduktion, wie sie vor allem im vergangenen Jahrhundert betrieben worden sind. Im Fall, den der NDR nun aufspießte, handelt es sich um ein Gebiet, in dem die frühere Preussag noch bis Ende der Fünfzigerjahre Erdöl gefördert habe, wie der Sprecher des Landkreises Wittmund, Ralf Kröker, erläutert. Ölhaltige Rückstände der Bohrungen seien damals in kleinen Schlammgruben versenkt worden - eine nach Informationen des Umweltministeriums gängige Praxis bis in die Sechzigerjahre. Die beiden Plätze, um die es jetzt geht, tauchten bislang allerdings nicht in jenem Verzeichnis auf, das das Landesbergamt über die Altlastverdachtsflächen in Niedersachsen erstellt hat.

Das NDR-Magazin hat selbst Bodenproben auf einer Viehweide und einem Maisfeld im Landkreis Wittmund genommen und sie untersuchen lassen. Die Laboranalyse von den Proben habe gezeigt, dass Bohrschlamm auf manchen Ackerteilen bis an die Erdoberfläche reiche - und dort grasen Kühe.

Beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hatte sich bereits 2014 ein Anwohner gemeldet. Das Landesamt habe danach mit dem Landkreis Wittmund und den eventuell betroffenen Unternehmen Recherchen zu den möglichen Standorten der Schlammgruben durchgeführt, die sich in der Nähe der früheren Bohrstätten Etzel 4, Etzel 9 und Etzel 26 befunden haben. Auf die Funde, über die nun der NDR berichtet, ist man dabei aber nicht gestoßen.

Eine „fach- und sachgerechte Bewertung der Flächen“ sei auch nicht möglich, da dem Landesamt nicht die Laborergebnisse vorliegen würden, erklärte das LBEG. Der Landkreis Wittmund bestätigte, er sei erst im Februar 2016 auf die möglichen Bohrschlammgruben unter dem Acker aufmerksam gemacht worden. Das Maisfeld hat unterdessen bereits zweimal den Besitzer gewechselt, gehörte zwischenzeitlich der niedersächsischen Landgesellschaft und jetzt einem Milchbauern in der Region. Hinweise auf Altlasten habe es nicht gegeben.

„Amtliche Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor“, sagte Landkreissprecher Klöker. Auch der betreffende Bauer habe erst jetzt von den Probeentnahmen auf seinem Grundstück erfahren. „Die haben ihn gar nicht informiert.“

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