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Der Norden Automatenknacker stirbt auf Flucht vor Polizei
Nachrichten Der Norden Automatenknacker stirbt auf Flucht vor Polizei
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16:47 09.03.2016
Rettungskräfte bergen den Schwerverletzten aus dem verunglückten Fahrzeug. Quelle: Nord-West-Media TV/dpa
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Meppen

Nach der Sprengung eines Geldautomaten im Emsland sind drei Räuber mit ihrem Fluchtwagen verunglückt. Einer der Männer starb dabei am Mittwochmorgen in Meppen. Ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt, wie ein Polizeisprecher in Lingen sagte. Dem dritten Täter gelang nach dem Unfall noch die Flucht zu Fuß, er konnte aber kurze Zeit später festgenommen werden. „Wir haben bei dem Mann auch das Geld gefunden, das erbeutet wurde“, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA), Stephanie Weiß.

Die Geldautomaten-Sprengung war der 18. Fall dieser Art in der Region seit Sommer 2015 und der 6. Fall in Niedersachsen seit Jahresbeginn. Das LKA rechnet aber nicht damit, dass die Serie nach dem Unfall nun zu Ende ist. „Wir gehen von einer sehr großen Tätergruppierung aus“, sagte die Sprecherin. Schon im Dezember habe es die Festnahme von drei Männern gegeben, danach seien die Sprengungen aber trotzdem weiter gegangen. „Wir gehen davon aus, dass es noch mehr Täter gibt.“ Das LKA hatte eine Sonderkommission eingerichtet, nachdem sich die Fälle gehäuft hatten.

Nach der Sprengung eines Geldautomaten im Emsland sind drei Räuber mit ihrem Fluchtwagen verunglückt. Einer der Männer starb dabei.

Bei dem Überfall in Meppen gingen die Räuber nach demselben Muster vor wie immer: Sie jagten den Automaten mit einem entzündeten Gasgemisch in die Luft. Danach griffen sie die Beute ab und flüchteten in einer dunklen Limousine mit hoher Geschwindigkeit. Nur etwa zwei Kilometer weiter kam das Trio dann in einer Kurve ins Schleudern, touchierte zunächst einen entgegenkommenden Laster und krachte dann gegen einen Baum.

„Wir sind froh, dass keine weiteren Unbeteiligten bei diesem Unfall verletzt worden sind“, sagte LKA-Sprecherin Weiß. Die Feuerwehr befreite den Fahrer mit schwerem Gerät aus dem komplett zerstörten Wagen. Er kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Für den Beifahrer kam jede Hilfe zu spät. Die Identität der drei Männer ist noch nicht geklärt, ihr Fluchtwagen hatte ein deutsches Kennzeichen. Bei der Polizei in Lingen hieß es hingegen, die Männern seien vermutlich aus den Niederlanden gekommen.

Die Bank hinterließen die Täter schwer verwüstet. Fenster wurden aus der Verankerung gerissen, Splitter verteilten sich weit über den Außenbereich der Bank. Der Geldautomat im Innern war völlig auseinander gerissen. „Wir gehen davon aus, dass die drei möglicherweise auch in Zusammenhang mit anderen Überfällen stehen“, sagte LKA-Sprecherin Weiß.

Bereits Anfang Februar hatte die Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall am Niederrhein bei Kamp-Lintfort geprüft, ob die drei Opfer für Geldautomaten-Sprengungen in Nordrhein-Westfalen verantwortlich waren. Bei dem Unfall starben damals zwei Niederländer, ein dritter wurde schwer verletzt.

dpa/frs

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