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Der Norden Da kann nur noch der Traktor helfen
Nachrichten Der Norden Da kann nur noch der Traktor helfen
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16:04 27.06.2016
Noch in der Nacht wurden die ersten Autos mit Baggern aus dem Schlamm gezogen. Quelle: dpa/Scholz/Montage
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Scheeßel

Das "Hurricane"-Festival in Scheeßel ist nach heftigen Regenfällen im Matsch versunken. Für viele Fans hatte das ein unerwünschtes Nachspiel: Zahlreiche Autos steckten auch am Montag noch auf den Parkplätzen im Schlamm fest, und ihre Besitzer mussten sich in Geduld üben. Die Fahrzeuge konnten nur mit Treckern an Ketten aus den tiefen Spurrillen gezogen werden. "Das wird sich noch eine ganze Weile hinziehen, bis sich alle vom Acker gemacht haben", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp. Wie viele Autos festsaßen, sei nicht gezählt worden. Etwa 20 Landwirte aus der Region waren mit ihren Treckern im Einsatz. Sie hatten ihre Ackerflächen als Parkplätze an den Veranstalter verpachtet.

Auch in der Nacht waren die Traktoren im Einsatz. Quelle: Scholz

Eine der Betroffenen war Autofahrerin Anke Scholz aus Hannover. Auch sie war mit ihrem Auto im Schlamm stecken geblieben. Noch in der Nacht gegen 2 Uhr zog ein Landwirt sie aus dem Morast. "Danke an die Jungs in Scheeßel mit ihren Traktoren", lobte sie die Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Für ihr Auto stand am Montagnachmittag erstmal die Fahrt in die Waschstraße an: "Die Nachbarn gucken schon etwas irritiert."

Diese Auto ist reif für die Waschstraße. Quelle: Scholz

"Das Wetter war diesmal recht extrem", sagte Polizeisprecher van der Werp. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in der Region von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen um 100 Liter Regen pro Quadratmeter. "Und wenn der Boden erstmal matschig ist, kann er auch nichts mehr aufnehmen", sagte Meteorologe Rüdiger Hartig. An manchen Stellen fielen in einer Stunde bis zu 30 Liter auf einen Quadratmeter.

Die Polizei zieht Bilanz

Das dreitätige "Hurricane"-Festival war am Freitag wegen mehrerer Gewitter unterbrochen worden und am Samstag wegen Dauerregens ganz ausgefallen. Am regenfreien Sonntag ging das Programm ohne Einschränkungen über die Bühne. Die Polizei sprach von einer "äußerst friedlichen" Veranstaltung. "Der ungewöhnliche Verlauf des Festivals dürfte auch möglichen Diebesbanden die Arbeit erschwert haben", sagte van der Werp. Weniger als 100 Diebstähle seien angezeigt worden und "nur zehn Körperverletzungen".

Der Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit lag eindeutig beim Krisenmanagement während der Unwetter. Außerdem gab es fast 100 Rauschgiftdelikte und vierzig Blutproben nach Drogen- und Alkoholfahrten. Dem Veranstalter FKP Scorpio hat das Unwetter-Wochenende Millionen-Verluste beschert.

Der Geschäftsführer der Konzertproduktionsfirma, Folkert Koopmans, rechnet für "Hurricane" und das komplett ausgefallene Zwillingsfestival "Southside" in baden-württembergischen Neuhausen ob Eck mit einem wirtschaftlichen Schaden von schätzungsweise 15 bis 20 Millionen Euro. Jetzt müsse mit den Versicherungen gesprochen werden, welche Schäden von ihnen übernommen werden. Ob die Bands ihre Gagen auf jeden Fall erhielten, hänge von den jeweiligen Verträgen ab, sagte ein Sprecherin von FKP Scorpio.

dpa

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