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Der Norden Baby-Boom bei Luchsen im Harz
Nachrichten Der Norden Baby-Boom bei Luchsen im Harz
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18:45 28.09.2015
„In dieser Größenordnung im Freiland noch nie beschrieben“: Luchs-Kinderstube unterm Baumstamm.  Quelle: Nationalpark Harz
Bad Sachsa

Die im Harz ausgewilderten Luchse vermehren sich schneller als gedacht und verblüffen damit sogar die Experten. Eine Luchsin hat jetzt in einem Wurf fünf Junge zur Welt gebracht. „Das ist ein absoluter Rekord“, sagt der Luchsbeauftragte der Harzer Nationalparkverwaltung, Ole Anders, mit sichtlich großer Freude. Die Luchs-Experten hatten die Jungtiere bereits Ende Mai in einem Waldgebiet bei Bockelnhagen im Südharz entdeckt. Um zu verhindern, dass Schaulustige die fünffache Luchsmutter bei der Aufzucht ihrer Jungen stören, informierten die Behörden aber erst jetzt über den Baby-Boom.

Die Experten waren den Jungtieren auf die Spur gekommen, weil die Mutter einen Halsbandsender trägt. Im April vergangenen Jahres hatten Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung die damals ein Jahr alte Luchsin bei Altenau (Kreis Goslar) mit einer Kastenfalle eingefangen. Nachdem sie das Tier mit einem Sender ausgestattet hatten, entließen sie „F 5“ - unter dieser Abkürzung ist die Luchsin seitdem registriert - wieder in die Freiheit. Der Sender übermittelt zweimal täglich per Satellit ihren Aufenthaltsort. Im Sommer wechselte die Luchsin immer wieder über die niedersächsisch-thüringische Grenze, bis sie sich südlich von Bad Sachsa in den Wäldern rund um Bockelnhagen niederließ.

Seit Anfang Mai kamen die Signale des Tieres dann nur noch von einem einzigen Ort - ein Indiz, dass die Luchsin Mutter geworden war. „Wir haben dann von den thüringischen Behörden die Genehmigung bekommen, die möglichen vorhandenen Jungtiere zu untersuchen und zu markieren“, sagt Anders. Dank des Senders wussten die Experten in etwa, wo sie suchen mussten. Unter einem großen Holzlager entdeckten sie die Kinderstube - und waren verblüfft: In einem Hohlraum drängten sich fünf fauchende Jungluchse zusammen. „Ein Wurf in dieser Größenordnung war bis dahin im Freiland noch nie beschrieben worden“, sagt der Sprecher der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Lutz Baseler.

Die Tiere wurden einzeln gewogen, vermessen und mit einem Chiptransponder unter der Haut markiert. Inzwischen sind sie so groß, dass sie mit ihrer Mutter umherziehen können. Aber damit nicht genug: Eine weitere Luchsin, die aus dem Harz nach Hessen weitergezogen ist, habe vier Junge zur Welt gebracht, berichtete Anders.

Seit Beginn des Auswilderungsprojektes vor 15 Jahren sind über 200 Luchse in freier Wildbahn auf die Welt gekommen. „Dass es eine solche Erfolgsgeschichte wird, hätten wir uns damals nicht träumen lassen“, sagt Anders. Trotz zahlreicher gefährlicher Hindernisse wie Schnellstraßen und Autobahnen sei es den Luchsen gelungen, sich in der halb offenen Kulturlandschaft zwischen Harz und Weser auszubreiten.

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