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Der Norden „Wir standen keineswegs wie die Deppen herum“
Nachrichten Der Norden „Wir standen keineswegs wie die Deppen herum“
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20:43 12.02.2017
Von Michael B. Berger
„Das Haus war nicht zu retten“: Feuerwehr in Bad Bentheim. Quelle: Foto: Feuerwehr
Bad Bentheim

Ein Haus steht in Flammen, und die Feuerwehr kann nur zuschauen, weil die Hydranten gefroren sind. So konnte man eine Mitteilung der Polizei zum Brand eines Einfamilienhauses in der Grafschaft Bentheim verstehen. Die Feuerwehr lasse das Haus kontrolliert abbrennen, weil es aufgrund der Witterung an Löschwasser fehlte, hieß es. Die angebliche Nachricht verbreitete sich am Wochenende schnell weit über die Grenzen von Bad Bentheim hinaus - und die örtliche Feuerwehr stand doof da.

„Selbst wenn wir anfangs keine Probleme mit den zugefrorenen Deckeln der Hydranten gehabt hätten, wäre das Haus nicht mehr zu retten gewesen“, widerspricht indes Bad Bentheims Stadtbrandmeister Wilfried Baltruschat. „Von einem gezielten Abbrennen des Gebäudes kann überhaupt nicht die Rede sein. Selbst wenn wir zum gleichen Zeitpunkt aus allen Hydranten Wasser gehabt hätten, wäre die Vernichtung des Hauses nicht mehr verhindert worden“, sagt er der HAZ. Man habe stattdessen umliegende Gebäude gesichert, unter anderem einen neuwertigen Traktor, ein Nachbarhaus sowie eine Lagerhalle.

In Bad Bentheim ist Einfamilienhaus abgebrannt – der Feuerwehr fehlte Wasser, um den Brand schnell bekämpfen zu können. Die Deckel der Hydranten waren eingefroren.

Unstrittig ist: Beim Brand des Einfamilienhauses wurden mehrere Menschen verletzt. Sechs Bewohner mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden, das Haus wurde vollkommen zerstört. Als Ursache für den Brand wird ein defekter Heizlüfter vermutet. Zur Höhe des entstandenen Schadens gab es zunächst keine Angaben. Rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten waren vor Ort.

Dass die Hydranten zugefroren waren, will die Feuerwehr auch gar nicht leugnen. Die feststeckenden Deckel der Hydranten habe man mit Gasbrennern und Hammern zu lösen versucht, dies sei nach einiger Zeit auch gelungen. Es sei nur kurzzeitig zu einer Unterbrechung der Wasserzufuhr gekommen. „Es ist keineswegs so, dass wir da wie die Deppen herumgestanden haben“, sagt Baltruschat.

Regelrecht Vorsorge gegen gefrorene Hydranten betreibt übrigens die Berufsfeuerwehr Hannover. „Wir haben auf jedem Löschfahrzeug ein sogenanntes Hydrantenauftaugerät“, erläutert Feuerwehrsprecher Benjamin Pawlak. Innerhalb von Sekunden könnten die Deckel von Eis und Schnee befreit werden. „Die Wasserleitungen sind so verlegt, dass sie nicht einfrieren können“, sagt Pawlak.

In Bad Bentheim seien bereits beim Eintreffen der Feuerwehr „Flammen links und rechts aus den Fenstern des Gebäudes“ geschlagen, berichtet der Stadtbrandmeister. Das „asbachuralte Haus, das abgerissen werden sollte“, habe bereits derart in Flammen gestanden, das ein „Innenangriff“ nicht mehr möglich gewesen sei. Man habe zunächst versucht, eine „Durchzündung“ des Gebäudes mit Wasser aus den Löschfahrzeugen zu verhindern. Dieser Versuch sei allerdings auch wegen des schon zu starken Brandes abgebrochen worden.

Ungewöhnliche Wetterlage

Auch Bad Bentheims Ortsbrandmeister Martin Nyenhues betont, das Gebäude sei „von Anfang an nicht zu retten“ gewesen. Dass die Deckel der Hydranten zugefroren gewesen seien, führt er auf die ungewöhnliche Wetterlage zurück. „Das habe ich so noch nie erlebt.“ Für die Wartung der Hydranten sei übrigens nicht die Feuerwehr zuständig, sondern der örtliche Wasserversorger, so Nyenhues.

Bestätigt wurden die Angaben der Feuerwehrleute von Polizeihauptkommissar Volker Jeurink, der selbst am Sonnabendmorgen am Brandort war. „Von einem gezielten Abbrennen kann nicht die Rede sein“, sagt der Beamte. Warum dies so in einer Meldung der Polizei verzeichnet war, wisse er auch nicht.

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